"Das Geschäftsjahr war schon eine Herausforderung, aber wir haben es erfolgreich abgeschlossen und einen Gewinn erzielt. Mit Ihrer Unterstützung bei der Gründung und auch im Verlaufe des Jahres haben Sie es uns ermöglicht, vielfältige Erfahrungen im Wirtschaftsleben zu machen." Dies betonte Vorstandsvorsitzender Noah Hildenbrand bei der Hauptversammlung der Schülerfirma "Mr. New Bottle", die mit ihrem "Bottle upcycling" den Aktionären eine eindrucksvolle Bilanz vorlegen konnte.
Seit 20 Jahren gibt es das Programm des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, und bisher haben über 100 000 Schüler daran teilgenommen. Seit vielen Jahren engagieren sich hier auch Schüler der "Wallburg-Realschule" Eltmann, gründen jeweils für ein Jahr eine Schülerfirma und müssen sich mit dieser nach den allgemeinen Vorschriften und Gesetzen auf dem Markt bewähren. Unterstützt werden sie von den "Schulpaten" und Wirtschaftslehrern Susanne Müller und Manuel Fischer.
Mit 810 Euro, das durch "Aktienverkauf" erzielt wurde, startete "Mr. New Bottle". Ihr Geschäftsmodell: alte und originelle Flaschen recyceln und umgestaltet verkaufen. "Dabei gab es durchaus viele Auf und Ab, auch viele Komplikationen. Wir hatten Probleme, aber wir fanden Lösungen, um unsere Firma voranzubringen. Vor diesem Jahr wussten wir ja eigentlich nicht viel oder besser gesagt nichts, wie man eine Firma ordentlich führt. Dann haben wird es aber doch irgendwie geschafft, und ich glaube, gar nicht mal so schlecht", beschrieb Noah Hildenbrand das Geschäftsjahr. Das 14-köpfige Team, lobte er, stand voll hinter ihm, machte alles mit, um die Firma auf einen guten Weg zu bringen. Beispiel Lampen: Bei der Entwicklung der Flaschenlampen sei man zweimal gescheitert, schilderte Noak, weil man die Kunden nicht gefährden und Sicherheit gewährleisten wollte. Das Problem: die Kanten an den Flaschen scheuerten das Kabel auf. Die Schüler räumten das Problem aber aus dem Weg und entwickelten Neuerungen.
Produktionsleiterin Nele Boczar erzählte von der Hauptaufgabe, das Produkt zu entwickeln, und zwar in enger Abstimmung mit der Marketingabteilung. "Weiterhin bauten wir LED-Lichterketten in passende Flaschen, um damit das Getränkeregal in der Küche oder die hauseigene Bar aufzuwerten. Ebenso erfolgreich waren wir mit unseren Essig-Öl-Ausgießern, und ein ganz großer Renner waren unsere Seifenspender." Dazu sei man immer auf der Suche nach besonderen Flaschen wie der Limoflasche Anjola oder Lemonade gewesen. Ein weiteres Produkt waren ganz spezielle "Smoothie-Flashen", die einen sehr hochwertigen Aufsatz aus Edelstahl erhielten und damit die teuersten Produkte waren. Fabian Fella nannte seine Marketingabteilung die Kreativabteilung des Unternehmens: Die Schüler entwickelten Logo und Flyer und sprachen einen großen Kundenkreis an. Aber auch über den Verkaufspreis musste man sich Gedanken machen, da man die Flaschen zu attraktiven Preisen anbieten, aber damit auch einen Gewinn erzielen wollte.
Der Verkauf wurden über zahlreiche Märkte organisiert. Lena Langhans sprach für ihre Verwaltungsabteilung, in der das Unternehmen wie in der Realität geführt wurde: Sitzungsprotokolle, Arbeitszeiterfassung, Berichte an das Institut in Köln. Die Leiterin der Finanzabteilung, Leonie Trützel, beschrieb, wie sie Bücher führte, wie bei einem richtigen Unternehmen (Lohnzahlungen, Wareneinkauf, Einnahmen, Steuern und Versicherungen).
Die Wallburg-Realschüler machten aus ihrem Grundkapital von 810 Euro letztlich 1827 Euro - nach Abzug der Ausgaben blieb ein Gewinn nach Steuern von 405 Euro. Jeder Aktionär erhielt zu seinem Aktienanteil von zehn Euro fünf Euro Gewinn - 50 Prozent Gewinn. Der Restbestand ging als kleine Prämie an die Beteiligten der Schülerfirma, 200 Euro gingen an die "Initiative Kuscheltier für kranke Kinder" am Klinikum in Bamberg.
Pressesprecherin Lena Langhans dankte den Sponsoren, verwies auf den Jahresbericht und am Ende gab es ein Büfett.