Im Stadtmuseum Lichtenfels eröffnete am Freitag 2. Bürgermeisterin Sabine Rießner die Sonderausstellung mit 17 Werken von Erich Kliemann, dem ehemaliger Schulleiter aus Marktgraitz, der am 3. Januar 2018 verstorben ist.
Die Bilder des Heimatmalers sind eine Reise durch die Jahrzehnte und sein Leben. Darunter sind Motive aus der Region, wie der Staffelberg, das Kleinziegenfelder Tal, Vierzehnheiligen und Kloster Banz, dazu floristische Malereien.


Erlös für krebskranke Kinder

Heinrich Geßlein vom "Graatzer Dreigesang" umrahmte die Vernissage mit Heimatliedern. Die Sonderausstellung findet in Zusammenarbeit mit der "Stiftung für krebskranke Kinder Coburg" statt.
Der Erlös aus dem Verkauf der ausgestellten Bilder kommt direkt der Stiftung zugute. Vorsitzender Uwe Rendigs machte deutlich: "Wir finanzieren damit die vielfältigen Aufgaben für krebskranke Kinder und deren Familien in der Region." Das sei auch im Sinne von Erich Kliemann, der wollte, dass mit seinen Bildern etwas Gutes getan werde. Die Stiftung unterstütze krebskranke Kinder und deren Eltern in der Region Coburg. Sie fördere Projekte zur Verbesserung von Heilchancen und Lebensqualität, erläuterte Uwe Rendigs. Erkranke ein Kind an Krebs, verändere sich der Alltag einer Familie dramatisch. Hilfe werde nicht nur im medizinischen Bereich gebraucht. Die Stiftung stehe mit Rat und Tat zur Seite. Er dankte allen, die an Ausstellung beteiligt waren. Darunter waren auch die Töchter des verstorbenen Künstlers Elke Kliemann und Christa Hanft.
Die einführenden Worte zur Ausstellung sprach sein ehemaliger Schüler Willibert Lankes, Polizeioberrat i. R. aus Marktgraitz: "Die Bilder von Erich Kliemann haben eine ganz persönliche Sprache und eindeutige Botschaft: die Liebe zur Heimat." Er habe die gegenständliche Malerei favorisiert, ohne die Abstraktion abzulehnen. Daher hätte er sehr viel und detailgetreu in der freien Natur gearbeitet. Die Bilder seien ein Stück Heimat, so Lankes, die Harmonie der Farben beruhige und inspiriere zugleich.
Willibald Lankes erinnerte sich an seine Schulzeit: "Wir waren für unseren Lehrer im Unterricht außerordentlich kräftezehrend." Erich Kliemann sei trotzdem ein geduldiger, strenger, gleichwohl einfühlsamer Pädagoge gewesen, der Kinder mochte und ihnen gerne sein Wissen vermittelte.
Vor allem in den Unterrichtsstunden Werken und Malen sprühte er vor Kreativität und Motivation. "Er forderte und förderte seine Schüler", davon war Lankes überzeugt.
Erich Kliemann wurde 1926 in Mariaschein in Nordböhmen geboren und begann nach dem Abitur eine Ausbildung zum Volksschullehrer. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Wehrmacht einberufen. Es folgten Fronteinsatz, Gefangenschaft und zwei Jahre Internierung im US-Kriegsgefangenenlager in Belgien. Dort malte er Aquarelle für amerikanische Soldaten, die ihn mit Zigaretten und Tabak entlohnten. Im Mai 1946 wurde Kliemann entlassen und kam zunächst nach Michelau. 1947 begann er an der Marktgraitzer Schule als Lehrer zu arbeiten. Nach der Pensionierung widmete er sich ganz der Malerei und der Holzbildhauerei.
Bis Freitag, 25. Mai, können die Bilder und Skulpturen im Stadtmuseum Lichtenfels besichtigt und erworben werden. Die Ausstellung ist immer dienstags, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.