Zum Bericht "CSU und SPD glauben an eine gute Lösung im Aufsichtsrat-Streit" vom 9. Juli: Die bisher bekannt gewordenen Details der Aufsichtsratsaffäre um die Stadtwerke Forchheim lassen den interessierten Leser mit folgenden Fragen zu den Hintergründen ratlos zurück:

1.) Versuchen hier zwei Geschäftsführer eines im Rahmen früherer Privatisierungsmodelle entstandenen kommunalen Eigenbetriebs in haltloser Selbstüberschätzung und substanzieller Fehleinschätzung der eigenen Unternehmensbedeutung zu verhindern, dass sich im Aufsichtsgremium der verfügbare Sachverstand zum Wohl der Daseinsfürsorge für Forchheims Bürger sammelt? Soll hier der Staat im Staate entstehen und die demokratisch legitimierte Kontrolle demontiert werden? Nachgerade naiv und irrelevant erscheint im Gegensatz dazu die Furcht, der nachrangige Mitarbeiter eines anderen großen kommunalen Energieversorgers könnte "Unternehmensgeheimnisse" in die eine oder andere Richtung transportieren. Schließlich sind Aufsichtsräte nicht ins operative Geschäft eingebunden und strafbewehrt zu Stillschweigen verpflichtet.

2.) Viel irritierender erscheint aber die Frage, welches politische Ziel der OB verfolgt, wenn er eine anfänglich bedeutungslose und konsensfähige Personalie (siehe positive Stadtratsentscheidung zur Bestellung von Herrn Müller-Eichtmayer) im Nachhinein aufbauscht und damit absichtlich einen Konflikt losgetreten hat, der in letzter Konsequenz die Aufkündigung der vertrauensvoll begonnenen Zusammenarbeit mit der zweitstärksten Stadtratsfraktion und deren Vertreterin im Bürgermeisteramt provozieren kann. Ist er nur willig ausführende Instanz der Geschäftsführer der Stadtwerke, weil alle anderen Vermutungen zu den Motiven keinen Sinn ergeben?

Die Einschaltung der entsprechenden Rechtsinstanzen wird zwar eine Klärung der rein iuristischen Sachverhalte ergeben. Die Beantwortung der beiden obigen Fragen aber muss vom demokratisch gewählten Gremium der Stadt Forchheim öffentliche durch Befragung der Betreffenden herbeigeführt werden. Hier darf es kein Gemauschel geben und auch Konsequenzen jedweder Art wollen bedacht werden. Rainer Kornalik

Forchheim