Laurin Katharina Singer hat viele Jahre in Bamberg gelebt und als Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Sprechtrainerin gearbeitet. Nun wohnt sie seit einiger Zeit im Großraum Berlin, ist ihrer alten Heimat aber noch sehr verbunden. Als Schauspielerin hat sie professionell gelernt, zu atmen, was ihr in Zeiten der Maskenpflicht hilft. Um ihr Wissen weiterzugeben, hat sie einen kleinen Maskenatemworkshop entwickelt, der aus drei Schritten besteht. 1. Atmen ohne Maske an einem Wohlfühlort

Stehe locker und entspannt. Beobachte deinen Atem, ohne ihn zu manipulieren: Atmest du durch den Mund oder durch die Nase ein? Atmest du durch den Mund oder die Nase aus? Wie tief geht dein Atem in den Körper hinein?

Versuche nun, mit jedem Atemzug tiefer einzuatmen: In die Brust, in den Bauchnabel, in die Knie, durch die Fußsohlen hindurch in die Erde.

Es hilft, wenn du dir vorstellst, dass du dabei an einer Blume riechst.

Bis zu welcher Körperstelle muss dein Atem fließen, damit du dich am wohlsten fühlst? Spiele mit dem Atem, bis du sie gefunden hast. Atme nach jedem Atemzug bewusst aus. Auch wenn die Luft durch Nase oder Mund herausströmt, hilft die Vorstellung, dass die Ausatemluft durch die Fußsohlen in die Erde fließt.

Nimm nun deine Umgebung wahr. Den Raum, in dem du dich befindest, den Garten, den Park: Alle Luft, die dich umgibt, ist deine Luft. Stelle dir vor, dass von einer weit entfernten Ecke her etwas duftet: Eine Rose, Meeresluft, frische Brötchen, Kaffee ... Fülle deinen Körper mit diesem Duft. Atme noch einmal tief durch. 2. Wiederholung der Übung mit Maske

Für die meisten Menschen ist es am angenehmsten, durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen. Wichtig ist aber, so zu atmen, wie es dir am angenehmsten und vertraut ist.

3. Mit den Erfahrungen ausgerüstet in den Alltag

Dort reicht es, dir diese drei Erinnerungen zurückzurufen: Ich nehme den Raum um mich wahr: Alle Luft im Raum ist meine Atemluft. Ich erinnere mich an meinen Lieblingsduft, der aus einer entfernten Ecke kommt: Meer, Rose, Kaffee, Brötchen ...

Ich atme diesen Duft tief in meinen Körper ein bis zu meinem Lieblingsort, zum Beispiel dem Bauchnabel. Und dann vergesse ich die Maske.

Du wirst sehen, dass nach wenigen Malen schon die Erinnerung an einen dieser drei Punkte reicht. Und noch ein Tipp: In kleinen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen man auch ohne Maske, vor allem im Sommer, oft den Eindruck hat, zu ersticken, kann man in der Vorstellung auch durch das geschlossene Fenster hindurch atmen. red