Die Räume sind hell, großzügig und einladend. Der Regionalverband Coburg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) hat in der früheren Ringapotheke am Beginn des Hörnleinsgrundes einen weiteren Standort in Coburg bezogen. Seit Mitte Mai arbeiten die beiden Abteilungen Hauswirtschaft und Betreuung. "In der Parkstraße in unserer Zentrale war der Platz nicht mehr da", erklärt ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger. Die Zahl der Mitarbeiter in der Hauswirtschaft und Betreuung habe sich in den vergangenen zwölf Monaten von acht auf 36 erhöht.
Durch das Pflegestärkungsgesetz II, das am 1. Januar vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, können Sozialorganisationen haushaltsnahe Dienstleistungen besser abrechnen. Das ist der Hauptgrund für die Ausweitung der Hauswirtschaft. Die ASB-Mitarbeiterinnen haben aktuell rund 300 Kunden in Coburg und der näheren Umgebung. "Als ich 2009 in der Hauswirtschaft angefangen habe, hatten wir 56 Kunden und waren neun Kolleginnen", erinnert sich Gabriele Schelhorn. Die Hauswirtschafterinnen unterstützen die meist älteren Kunden, die Wohnung in Ordnung zu halten. Je nachdem, wie viele Stunden gebucht sind, werden Fenster geputzt, Teppiche gesaugt, Böden gewischt und anderes mehr. Auf Wunsch wird auch die Wäsche versorgt. Dazu gibt es im Keller im Hörnleinsgrund 2 mehrere Waschmaschinen, Trockner und Bügelmaschinen. "Auch die Einsatzkleidung des Rettungsdienstes wird hier gewaschen", sagt Schelhorn.
Neben der Hauswirtschaft bietet der Arbeiter-Samariter-Bund dreimal in der Woche im Hörnleinsgrund Betreuungsgruppen an. An einem der drei Nachmittage werden dort Menschen mit Demenzerkrankungen betreut. "Das entlastet die Angehörigen, die eine Besorgung machen müssen oder auch nur eine kleine Auszeit benötigen", stellt Gerontofachfrau Gabriele Schelhorn fest. Auch Einzelbetreuungen bei Demenzpatienten zu Hause sind möglich. Mit einem speziellen Aktivierungsprogramm ein- oder zweimal in der Woche könne die fortschreitende Demenz verlangsamt oder aufgehalten werden. "Grundsätzlich ersetzen wir Angehörige, wenn diese einmal ausfallen." Eine Versorgung rund um die Uhr sei nicht möglich. Dafür fehle das Personal, betont die ASB-Mitarbeiterin. red