Im Rahmen der Warnstreikaktionen der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich am Mittwochvormittag rund hundert Beschäftigte des Klinikums am Bruderwald an einer sogenannten aktiven Mittagspause. Die Krankenhausbeschäftigten aus allen Abteilungen waren dem Aufruf gefolgt, um den Forderungen der Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde Nachdruck zu verleihen, teilt die Gewerkschaft mit.
Gerhard Sterzer, Sprecher der Vertrauensleute an der Sozialstiftung, betonte in seiner Rede, dass derzeit die Medienlandschaft mit Parolen wie "Die Party geht weiter" oder "Wirtschaftswachstum auf Rekordkurs" und "Steuerschätzungen zum x-ten Mal übertroffen" auffahre. Die Arbeitnehmer wollten einen angemessenen Anteil an diesem Profit, für den sie maßgeblich verantwortlich seien. Zudem sollen laut Koalitionspapier der Großen Koalition künftig die Tarifsteigerungen im Gesundheitswesen zu 100 Prozent gegenfinanziert werden. Gerade deshalb sei es notwendig, die Arbeitsplätze im Gesundheitswesen durch eine finanzielle Besserstellung attraktiver zu gestalten.
Die zuständige Gewerkschaftssekretärin für den Fachbereich 3 in Oberfranken-West, Magdalene Majeed, ging sowohl auf die Ertragslage des öffentlichen Dienstes als auch auf die Belastungssituation aller Beschäftigten im Gesundheitswesen ein. "Die Rücklagen vieler Kommunen erlauben die Erfüllung der aufgestellten Forderungen durchaus", so Majeed. "Gute Pflege geht nur mit ausreichend Personal. Daran müssen auch die Patienten ein großes Interesse haben."


Es geht um Wertschätzung

Norbert Jungkunz von der katholischen Betriebsseelsorge überbrachte solidarische Grüße des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt. Er betonte, bei der Tarifrunde gehe es nicht nur um Entlohnung, sondern immer auch um die Wertschätzung der Arbeit.
Der DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt überbrachte die Grüße der anderen im Deutschen Gewerkschaftsbund vertretenen Gewerkschaften. Die Forderungen des öffentlichen Dienstes seien berechtigt und notwendig, um den Abstand zwischen dem Lohnni-veau der freien Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes weiter zu verringern.
"Aktive Mittagspausen" fanden laut Verdi darüber hinaus mit guter Beteiligung beim Garten- und Friedhofsamt der Stadt Bamberg, in Lichtenfels und Forchheim statt. red