Karl-Heinz Hofmann Am Mittwoch, 22. Juli, wird Rektor Reinhard Horn, nach 40 Jahren aus dem Schuldienst verabschiedet. 32 Jahre seines pädagogischen Engagements wirkte er an der Grund- und Mittelschule Pressig und war über drei Jahrzehnte im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen Verband (BLLV) immer in Führungsposition engagiert. Nun sagt er an der Grund- und Mittelschule Pressig leise Servus.

Reinhard Horn war von 2002 bis 2003 stellvertretender Schulleiter und ab 2003 bis 2013 Konrektor. Seit 2013 ist er Rektor der Grund- und Mittelschule Pressig, in der heute, in den Schulhäusern in Rothenkirchen und Pressig, über 350 Schüler unterrichtet werden. Er ist in Geroldsgrün geboren und in Kronach aufgewachsen. Nach dem Abitur am Kaspar-Zeuß- Gymnasium studierte er Lehramt an Volksschulen an der Universität Würzburg. Danach lehrte er an verschiedenen Schulen in der Stadt Aschaffenburg, ehe er 1988 als Lehrer an die Volksschule Pressig kam. Seit 1990 wohnt er in Reitsch und bringt sich mit Ehefrau Sibylle in der Dorfgemeinschaft und Kirche mit ein. 2002 und 2003 war er stellvertretender Schulleiter und anschließend bis 2013 Konrektor. Seit 2013 ist er Rektor der Grund- und Mittelschule Pressig.

Sein besonderes ehrenamtliches Engagement widmet Horn dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen Verband (BLLV), in dem er seit 1977 Mitglied und seit 1989 in der Kreisvorstandschaft in verschiedenen Funktionen tätig ist. Er übernahm Funktionen vom Kreiskassier (1989- 2002) bis hin zum Kreisvorsitzenden von 2002 bis 2014 und seit 2003 betreut er die Mitgliederverwaltung Oberfranken. Im Jahr 1990 wurde er in den örtlichen Personalrat gewählt. Bis 1997 war er Personalratsmitglied in Kronach, von 1997 bis 2001 stellvertretender Örtlicher Personalrats-Vorsitzender Kronach, und seit 2001 ist er ÖPR-Vorsitzender Kronach sowie seit 2002 auch Bezirkspersonalrat Oberfranken. 2003 fungierte er als Landesschatzmeister des BLLV.

Engagiert in vielen Vereinen

Sein liebstes Hobby war wohl Tischtennis, bis vor wenigen Jahren war er noch aktiver Spieler der SG Neuses. Er ist außerdem weiteren Vereinen treu, wie dem Förderverein der Grund- und Mittelschule Pressig, dem SV Reitsch, dem Kleintierzuchtverein Reitsch, der Soldatenkameradschaft Reitsch, dem Nervenkopf (Schafkopfrunde) Reitsch und gehört als FCN-Fan den Clubfreunden Reitsch an, was schon allein ein Ausdruck für seine Leidens- und Durchhaltefähigkeit ist. Der Pädagoge hat in 40 Jahren Lehrertätigkeit natürlich viel erlebt und könnte stundenlang Anekdoten und Begebenheiten erzählen. Einige dieser Geschichten will er doch nicht für sich behalten und erzählt uns.

"Schön waren die Schullandheimfahrten in der 8. Klasse. Sie dauerten zwölf Tage und führten in den Norden Deutschlands. In der ersten Woche waren wir in der Lüneburger Heide untergebracht, in der zweiten Woche in Husum", sagt Reinhard Horn. Er erinnert sich an Ausflüge nach Hamburg, Lüneburg, Schleswig, Laboe und Helgoland, neben verschiedenen Wanderungen, wie beispielsweise auf den Wilseder Berg, der mit seinen 169 Metern als höchste Erhebung der Lüneburger Heide zählt. Auf der Halbinsel Nordstrand brachte der Norddeutschlandfan aus Reitsch seinen Frankenwäldlern das Krabbenpulen bei. "Nach zögerlichen Anfängen probierten es die meisten und beherrschten dies mit der Zeit perfekt", erinnert sich Horn. Über solch schöne Erinnerungen lacht er heute noch. "Bei einer Fahrt nach Hamburg wollten wir mit den Klassen an den Landungsbrücken Pizzaessen gehen. Plötzlich rief es: 'Herr Horn', zunächst dachte ich, es sei ein Schüler. Zu meinem Erstaunen war es aber kein aktueller Schüler, sondern ein inzwischen junger Mann, der diese Schullandheimfahrt in früheren Jahren mit mir machte und nun in Hamburg arbeitete, so klein ist die Welt!", sagt der Rektor heute schmunzelnd.

Liebe zu Norddeutschland bleibt

Nicht nur bei Schulausflügen ist die Liebe zum Norden Deutschlands erhalten geblieben. Fast jedes Jahr urlaubt der Rektor mit seiner Familie auf der Insel Föhr. Fahrradfahren, Lesen, Bummeln und Baden lassen die Zeit dort immer zu einer sehr entspannten werden. Zuhause findet Horn Ruhe bei seiner Modelleisenbahn.

Auch an die Zeit, als die DDR endete, hat er Lehrer-Erinnerungen: "Zur Zeit der Grenzöffnung, ich hatte gerade Nachmittagsunterricht, da kamen plötzlich meine Schüler auf mich zu und baten mich, ob sie zum Aldi dürften." Nicht etwa, um dort einzukaufen, sondern zum "Schlangen zählen". Damals zur Grenzöffnung musste man als Anwohner in unmittelbarer ehemaliger DDR-Grenznähe sowohl zum Einkaufen als auch zum Autofahren außergewöhnliche Geduld mitbringen.

Unvergessen bleibt für Horn auch ein Gespräch mit dem damaligen Bundespräsidenten, Joachim Gauck, als dieser Kronach 2016 besuchte: "Zusammen mit dem damaligen Kronacher Schulamtsdirektor Uwe Dörfer durfte ich mich mit ihm über den Strukturwandel der Schulen im ländlichen Raum unterhalten."

Seine Pläne für die Zeit nach dem Rektor-Dasein: mit dem Wohnmobil, das er sich mit Ehefrau Sibylle angeschafft hat, Deutschland erkunden. "Ich hoffe nur, es bleibt genug Zeit", sagt er lachend.