Katharina Müller-Sanke

Fränkisches Liedgut ist vielfältig, fröhlich, tiefgründig und unterhaltsam - das haben der Gesangverein Tannfeld und seine Gastchöre beim Jubiläumsfest am Pfingstmontag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seit 110 Jahren besteht der Tannfelder Gesangverein. Zunächst war es nur ein Männerchor, seit 50 Jahren singen auch Frauen im Chor mit. Heute wird der Chor sogar von einer Frau geleitet. Helena Birkle schwingt seit neun Jahren den Taktstock.
Zum Jubiläum gab der Chor am Pfingstmontag ein schönes Konzert, bei dem auch einige Gastchöre mitwirkten. Zu hören waren neben alten Klassikern und Liedern über die Heimat und das Wandern auch moderne Interpretationen. Ein abwechslungsreiches Programm, bei dem sich alle viel Mühe gaben. Singen macht Spaß und fördert den Zusammenhalt - das wird beim Festkonzert schnell klar. Der Gesangverein Tannfeld war mit rund 20 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne und stellte sein Können unter Beweis. Gesungen wurde "Wohlauf in Gottes schöne Welt" - ein Wanderliederpotpourri von Willy Trapp, "Ein schöner Traum" von Otto Groll, die bekannten Zeilen von "Ich wollte nie erwachsen sein" und einiges mehr.
Die vereinigten Männerchöre aus Alladorf, Berndorf, Neustädtlein, Proß und Döllnitz kamen mit 49 Sängern nach Tannfeld. Unter der Leitung von Klaus Linhardt sangen sie kraftvoll und raumfüllend und bescherten so ein besonderes Hörerlebnis. Besonders schön war ihr Vortrag von "Rot sind die Rosen" von Pasquale Thibauth.
Als weiterer Chor traten die beide Chöre aus Hutschdorf und Limmersdorf-Felkendorf auf. Hans-Georg Busch, der normalerweise die Hutschdorfer dirigiert, leitete die Sängerinnen und Sänger an. Zu hören waren eine sehr schöne Volksweise unter dem Titel "Im schönen Wiesengrunde" und die fröhliche Aufforderung "Singt mit uns ein Lied".
Der Vorsitzende des Tannfelder Gesangvereins, Reinhold Förtsch, freute sich darüber, dass der Gesangverein so eine wichtige Rolle im dörflichen Leben spiele. Er führte auch die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft durch. Seit 60 Jahren singt Hans Schwarz im Chor. Die drei Sängerinnen Wilhelmine - genannt Mina - Töpfer, Margitte Schneider und Elisabeth Pfaffenberger sind jeweils seit 50 Jahren dabei. Sie gehörten zu den ersten Frauen, die in den Chor aufgenommen wurden. Regina Ölschläger und Karin Puppe singen seit 25 Jahren im Chor. Seit 10 Jahren singen Heide Ströbel und Inge Hupfer mit. Alle acht sind für ihr großes Engagement geehrt worden.
Viele Ehrengäste lobten die gute Arbeit des Gesangvereins. Veit Pöhlmann ist als stellvertretender Bürgermeister gekommen und war von der Musik begeistert. "Ich wollte eigentlich selbst mitsingen, aber ich hab es nicht regelmäßig auf die Probe geschafft und da ist unser Chorleiter ja streng: Wer nicht mitprobt, darf nicht mit zum Auftritt", erklärte er.
Stellvertretender Landrat Dieter Schaar betonte die Traditionspflege und die wichtige Rolle der Chöre in Bezug auf den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften. Klaus Hofmann als Vorsitzender des Sängerkreises überbrachte die Glückwünsche des Verbandes und betonte die positive Wirkung der Musik auf die Menschen. Berthilde Zapf als Vorsitzende der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf richtete das Wort besonders an die Geehrten und betonte, der Gesangverein habe außerordentlich aktive Mitglieder, die das Dorf nach außen repräsentierten. Rüdiger Kuczius als Ehrenchorleiter des Gesangvereins wurde ebenfalls extra gedankt.