Die Billigung des Vorentwurfs zur Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan war eines der Themen am Mittwochabend bei der Adelsdorfer Gemeinderatssitzung in der Aischgrundhalle. Dies beinhaltete auch die geplante Photovoltaikanlage zwischen Neuhaus und der Autobahn. Robin Röhl von Wegner Stadtplanung Veitshöchheim und Sebastian Klebe von Klebe Landschaftsplanung Nürnberg gewährten dem Gremium Einblick in ihre Arbeit. Primär ging es laut Bürgermeister Karsten Fischkal darum, "zu sehen, wo die Flächen sind, welche Änderungswünsche ich habe. Da ist nichts in Stein gemeißelt."

"Der Flächennutzungsplan gilt für die gesamte Gemeinde und ist für einen Zeitraum von 15 Jahren angedacht", erklärte Röhl. Er sieht einen Bedarf von 250 bis 500 Wohneinheiten bis 2035. "So haben sich 20 Änderungsflächen ergeben." Davon entfielen unter anderem vier Flächen auf Adelsdorf (Heizkraftwerk, Nachnutzung einer Brachfläche und zwei Wohnbauflächen), je zwei auf Aisch und Heppstädt, je drei auf Lauf, Neuhaus und Wiesendorf und je eine auf Uttstadt und Weppersdorf.

Landschaftsarchitekt Klebe sieht seinen Landschaftsplan als Nachschlagewerk, bei dem Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Erholung und Grünordnung Priorität haben.

Stellungnahmen der Fraktionen

Tim Scheppe (FW) ist es wichtig, dass sich alle neun Ortsteile im Einklang mit der Natur und Landschaft gesund und nachhaltig entwickeln. "Deshalb verzichten die FW auf neue zusätzliche Gewerbeflächen und wollen vielmehr die Baulücken schließen. Letztlich haben wir mit diesem Entwurf einen planerischen Leitfaden auf den Weg gebracht, der unserem Motto ,Gemeinsam Lebensqualität nachhaltig gestalten‘ gerecht wird."

Uwe Pöschl (CSU) hatte Bedenken bezüglich gewerblicher Flächen im Gemeindegebiet. Das Füllen aktueller Leerstände und ungenutzter Flächen habe für seine Fraktion Vorrang. "Für uns ist es zudem wichtig, dass sich Familien eigenen Wohnraum in der Gemeinde Adelsdorf schaffen können. Eine Herzensangelegenheit ist uns auch der Generationenwald." - "Für den Generationenwald haben wir uns eine Fläche am Grünsee vorgestellt", antwortete Sebastian Klebe.

Norbert Lamm (SPD) bemängelte die fehlende Infrastruktur für die im Entwurf angedachten Wohngebiete. "Die Gemeinde steht auch vor dem Dilemma, viele Grundstücke verkauft zu haben", fügte er hinzu.

"Uns war es wichtig, ein moderates Wachstum an Baulandschaft zu haben", erklärte Michael Auer (Grüne).

Ralf Olmesdahl (ABWI) kritisierte die fehlende Nahversorgung im Bereich des Wohngebietes "Seeside". Ein weiteres Anliegen ist ihm die Jugend: "Aktuell sehen wir die Zukunft so, dass wir junge Bürger zwingen, sich in umliegenden Gemeinden niederzulassen, und nur kapitalstarken Neubürgern ein Bauen in der Gemeinde ermöglichen."

"Wir können der Photovoltaikanlage nicht zustimmen, weil diese in einem Vogelschutzgebiet liegt", erklärte Gemeinderat Auer. Dem hielt Linda Schuhmann von Südwerk entgegen, dass nach Artenschutzrichtlinien eine Untersuchung stattgefunden habe: "Es gibt keine negativen Beeinträchtigungen."

Vom 12. Oktober bis 12. November liegen die Pläne im Rathaus zur Einsicht aus, so dass die Bürger sich selbst ein Bild davon machen und eventuell Einwände erheben können.