Durch Corona ist einfach alles anders, auch der Abschluss einer schulischen Laufbahn. Jetzt, wo ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht, müssen viele junge Menschen mit Bedingungen leben, die sich so keiner gewünscht hat. Drei Tage saßen die Kronacher Abiturienten über ihren schriftlichen Prüfungen, aber eben nicht so, wie sie sich das vielleicht noch vor ein paar Monaten vorgestellt haben. Und als ob das nicht schon gereicht hätte, bekamen alle jetzt am Mittwoch Ersatzaufgaben im Fach Deutsch gestellt. Dazu geführt hatte der Diebstahl von Abituraufgaben aus einem Bamberger Gymnasium.

Am Frankenwaldgymnasium saßen 42 Abiturienten in den Sporthallen, die mittlerweile dauerbestuhlt und durchdesinfiziert sind. Desinfektionsspender, so weit das Auge reicht, Einmalhandschuhe, Schutzmasken, Mindestabstände. Allerdings haben sich viele an diesen Anblick schon gewöhnt. "Es hat geholfen, dass wir schon die Belehrung zur Prüfungsdurchführung in der Halle abgehalten haben. So konnten sich die Schüler schon mal an den Anblick und die Umstände gewöhnen. Es war eine eindringliche Erfahrung, aber es wirkte auch irgendwie beruhigend", sagt Schulleiter Harald Weichert. Deshalb habe es auch keine großen Überraschungen oder Verunsicherungen gegeben.

"Wir waren personell schon hart an der Grenze." Renate Leive, Schulleiterin des Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasiums, kämpfte mit den gleichen Herausforderungen wie ihr Kollege. Auch sie musste mit ihrem Team die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Abitur überhaupt durchgeführt werden konnte. "Wir haben die Schüler auf unsere Räume verteilt, die wir vorher leer geräumt hatten. Dann haben wir Einzeltische platziert, die nicht verrückt werden durften. Die Lehrkräfte waren durch eine Spuckschutzwand geschützt." Auch hier standen, wie in den Jahren vorher, Hilfsmittel wie zum Beispiel Wörterbücher bereit. "Aber die mussten gründlich desinfiziert werden und man durfte sie nur mit Einmalhandschuhen nutzen."

Quasi im Vorbeigehen hatte Renate Leive auch auf die Stimmen der Schüler gelauscht. "Sie sind zwar kein repräsentativer Querschnitt, aber ich hörte immer wieder, dass die Bedingungen völlig in Ordnung gewesen seien und dass es ein insgesamt faires Abitur war." Ein dickes Lob spendete sie abschließend: "Unsere Schüler waren extrem diszipliniert, es gab keinerlei Panikattacken. Alle waren kooperativ." Noch keine Informationen gibt es zu den Ergebnissen der Abiturprüfungen an den beiden Kronacher Gymnasien. ml