"Wir haben immer zusammengehalten", sagen Dieter und Ingrid Denzler. Das Hainerter Ehepaar feierte das Fest der diamantenen Hochzeit und blickt auf sechs Jahrzehnte Eheglück mit einer bewegenden Geschichte zurück.
Ingrid Denzler, geborene Herzog, und ihr Ehemann Dieter sind beide gebürtig aus Thüringen. "Im Omnibus haben wir uns kennengelernt", erzählt die Jubelbraut. Sie war damals Schaffnerin und er trat seinen ersten Dienst als Grenzpolizist in der damaligen DDR an. Zwei Jahre später feierte das junge Paar sein Hochzeitsfest.
Ein Sohn machte zunächst das Ehepaar zur Familie. Diese erweiterte sich mit der Geburt der Tochter, die im Westen geboren wurde. Mittlerweile sind die Eheleute mit sieben Enkelkindern reich gesegnet.
Die Flucht in den Westen ist ein ganz großes Kapitel, das bei den rüstigen Senioren sehr lebhaft in Erinnerung geblieben ist. Zunächst machte sich Dieter Denzler mit 21 Jahren von heute auf morgen in den Westen, da er von der Stasi observiert wurde.


Wiedersehen im Westen

Seine Ehefrau wusste von der Flucht nichts, ist dann aber mit ihrem einjährigen Sohn ebenfalls in den Westen geflüchtet. Im Ruhrgebiet haben dann beide wieder zueinander gefunden, und die junge Familie ließ sich dort nieder. Hier wurde die Tochter geboren und der Jubilar fand in der Stahlindustrie eine Beschäftigung.
Danach ist die Familie Denzler mehrere Male im Bundesgebiet umgezogen. Dieter Denzler wechselte in die Chemie-Industrie, in der er an verschiedenen Arbeitsstellen zunächst im Dreiländereck an der Grenze zur Schweiz und 20 Jahre lang in der Nähe zur Nordsee in Schleswig-Holstein bis zum Eintritt in das Rentenalter arbeitete.


Im Dorf bestens integriert

Seit 18 Jahren wohnen Ingrid und Dieter Denzler nun schon in Hainert, wohin die Familie der Tochter schon einige Jahre zuvor umgezogen war. Hier haben sich die 82-jährige Jubelbraut und ihr 79-jähriger Ehemann in die Dorfgemeinschaft bestens integriert.
Gemeinsam verfassen die Eheleute Gedichte, die sie in einem Buch zusammengetragen haben. Außerdem waren sie sechs Jahre lang gemeinsam für die Wissenschaft tätig und haben einmal in der Woche von April bis Oktober Schmetterlinge in der Hainerter Flur für statistische Zwecke gezählt.
Zu ihrem Ehrentag gratulierten dem aufgeschlossenen Jubelpaar nachträglich stellvertretender Landrat Oskar Ebert und Knetzgaus stellvertretender Bürgermeister Bernhard Jilke. cr