Corona sorgt für Tourismus-Einbruch: Im ersten Halbjahr haben rund 39 600 Gäste den Landkreis Erlangen-Höchstadt besucht, das sind 53 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der Übernachtungen sank um 37 Prozent.

Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Sie beruft sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. "Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Gastwirtschaften, Biergärten und Restaurants über viele Wochen zusperren. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an", so Regina Schleser, Geschäftsführerin der NGG-Region Nürnberg-Fürth.

Unter der Situation litten nicht nur die Unternehmen. "Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen - in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt", betont Schleser. Nach dieser "Durststrecke" blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis rund 2000 Menschen. Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. "Am Ende steht fest: Jeder Kurzarbeiter ist ein möglicher Arbeitsloser weniger."

Die Gewerkschaft NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. "Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist", unterstreicht Schleser.

Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden. Hier berge die Krise eine große Chance. red