Ganz im Zeichen von Heinrich und Elisabeth Stirnweiß stand der Gottesdienst in der Filialkirche "Heilige Familie" in Dobenreuth. Heinrich Stirnweiß wurde nach 52 Jahren als Organist verabschiedet. Gleichzeitig feierte das Ehepaar sein goldenes Ehejubiläum.
"Der Dienst fällt fast nicht auf, nur wenn er ausfällt", meinte Pfarrer Michael Gehret in seiner Laudatio in der Kirche. 52 Jahre Dienst für die Kirche seien eine große Leistung. Er verwies auf das Evangelium mit den Talenten. Diese hätten hier ein begnadeter Musiker und eine gute Köchin.
"Groß ist der Herr" stimmte die Singgemeinschaft Pinzberg/Dobenreuth unter Leitung von Bernhard Betz feierlich an. Das goldene Paar erneuerte sein Eheversprechen im Gottesdienst.
Andrea Blank als Vorsitzende des Gesangvereins Dobenreuth würdigte die Verdienste des Jubilars. Peter Kamp für die Kirchenverwaltung und Daniel Stein für den Pfarrgemeinderat sagten dem Jubilar Dank. In der Tat war das Wirken des Jubilars geprägt vom kirchlichen Leben, wo er allen Gremien über Jahre angehörte. 1964 trat er den Orgeldienst an und folgte dem Hauptlehrer Richard Friedrich, der in den Ruhestand ging.
"Mein Vater", erzählte Heinrich Stirnweiß, "hat elf Jahre in Pinzberg die Orgel gespielt. Ich war oft dabei, hörte ein neues Lied und probierte es daheim am Harmonium." Mit einigen Hilfen vom Vater erlernte er mehr oder weniger alleine das Spielen. Maßgeblich war er zusammen mit dem damaligen Pfarrer Bernhard Friedmann 2007 dafür verantwortlich, dass die Filialkirche eine neue Orgel bekam.
Dazu bedurfte es auch einer verständnisvollen Ehefrau. Seine Elisabeth aus Kleingesee, geborene Wölfel, lernte er 1965 auf dem Tanzboden in Moggast kennen. 1967 gaben sie sich das Ja-Wort. Eine Landwirtschaft, dazu über 50 Jahre Straßenhandel mit vorwiegend eigenen Produkten, bildeten das Haupteinkommen.
Gesellschaftlich engagierten sie sich ein Leben lang. Heinrich war Vorsitzender des Männerchors, später des gemischten Chors von Dobenreuth, dazu stellvertretender Chorleiter seit 1965. Dafür dankte ihm seine Nachfolgerin Andrea Blank zusammen mit Wolfgang Hack.
Er ist seit 30 Jahren Feldgeschworener, war Gemeinderat und hat eine verdienstvolle Liste weiterer Aufgaben im Ehrenamt. "Er war nicht daheim, da kam ich gut mit ihm aus", sagte seine Gemahlin mit einem schelmischen Lachen. Sie freuen sich über Sohn und Tochter sowie fünf Enkelkinder. Sie wohnen mit der Familie des Sohnes Jürgen gemeinsam auf dem Anwesen in Dobenreuth.
Die Orgel wird künftig vorwiegend Maria Roth spielen. Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU/BB) gratulierte im Namen der Gemeinde Pinzberg.
Franz Galster