Es gibt eine Extra-Schippe Kies auf dem Bau: Für die rund 570 Bauarbeiter aus dem Landkreis Haßberge gibt es deutlich mehr Geld. Rückwirkend zum Mai steigen die Löhne um 5,7 Prozent. Das teilt die Industriegewerkschaft (IG) Bau Mainfranken mit und empfiehlt den Arbeitern im Landkreis Haßberge, die Lohnabrechnung im Juni zu prüfen: Ein gelernter Maurer oder Straßenbauer kommt nun auf einen Stundenlohn von 20,63 Euro - am Monatsende sind das 194 Euro mehr als bisher.
Die Gewerkschaft rät: "Bauarbeiter sollten bei der Juni-Abrechnung, die bis Mitte Juli im Briefkasten ist, genau hinschauen: Spätestens jetzt muss das Lohn-Plus draufstehen. Und wer für den Mai noch keine Erhöhung bekommen hat, der erhält im Juli ein doppeltes Plus - nämlich für den Mai und den
Juni", so Michael Groha.
Der IG-Bau-Bezirksvorsitzende spricht von einem "riesigen Schritt" für Tausende Beschäftigte in der Region: "Die Bauwirtschaft erlebt einen Boom. Die Auftragsbücher sind voll - viele Firmen kommen mit dem Bauen kaum hinterher. Jetzt erhalten auch die einen fairen Anteil, die täglich auf dem Gerüst die Knochen hinhalten." Das Lohn-Plus ist das Ergebnis der letzten Tarifrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Die Verhandlungen standen mehrfach kurz vor dem Scheitern - und die Branche vor einem Streik. Am Ende entschied eine Schlichtung.
Danach gibt es für Bauarbeiter neben dem Lohn-Plus auch drei Einmalzahlungen von insgesamt 1100 Euro. Bis zum Jahr 2020 wird schrittweise ein bundesweites 13. Monatseinkommen eingeführt. Azubis bekommen in jedem Ausbildungsjahr 65 Euro mehr pro Monat. Außerdem haben sie Anspruch auf einen Fahrkosten-Zuschuss von
60 Euro für den Weg zur Berufsschule, wenn sie in eine Landes- oder Bundesklasse gehen. "Für Schulabgänger im Kreis Haßberge wird eine Ausbildung auf dem Bau damit viel attraktiver", sagt Gewerkschafter Groha.
Die Industriegewerkschaft appelliert an alle Bau-Beschäftigten, sich über die Neuerungen genau zu informieren. "Der Tarifvertrag läuft bis Frühjahr 2020 - da kann einem viel Geld durch die Lappen gehen", so Groha. Alle Infos gibt es in den Gewerkschaftsbüros Würzburg (Telefon: 0931/3228370), Aschaffenburg (Telefon: 06021/84730) und Schweinfurt (Telefon: 09721/16027). red