Unweit der Föritz direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen den ehemals selbständigen Gemeinden Schwärzdorf und Neundorf (heute Ortsteile der Marktgemeinde Mitwitz), in einem Waldstück nordwestlich der Schnitzerswustung eher schwer zugänglich gelegen, befindet sich ein markanter Grenzstein. Auffällig ist, dass dieses aus Sandstein gemeißelte historische Zeugnis auf allen vier Seiten gekennzeichnet ist. So befinden sich auf drei Seiten des Steines Wappen sowie auf der vierten Seite die Jahreszahl 1619.

Erst nach einer Säuberungsaktion konnten die Wappen teilweise bestimmt werden, obwohl sie vom Zahn der Zeit arg angegriffen sind. Unschwer, so Ortschronist Friedrich Bürger, lässt sich das Wappen der Freiherren von Würtzburg zu Mitwitz, das sogenannte Heide(n)männlein mit der Zipfelmütze und dem Stern, erkennen. Auch das sächsische auf der gegenüberliegenden Seite, neunmal geteilt mit Rautenkranz, erscheint offensichtlich. Leider kann das dritte, nach Osten zeigende Gebilde noch nicht gedeutet werden, zumal die Konturen recht "verschwommen" sind.

Laut Günter Hertha aus Schwärzdorf weist der Markstein auf die Grenze bezüglich der Fischrechte zwischen Schwärzdorf und Neundorf hin. Dies konnte auch der langjährige freiherrlich von Cramer-Klett'sche Revierförster Adolf Beier aus Mitwitz bestätigen. Zudem konnte mit Hilfe von Michael Nawrath von der Marktgemeinde die Abschrift einer Urkunde ausgemacht werden, die zumindest bestätigt, dass das Fischrecht in der Föritz vom Einfluss in die Gemeinde Schwärzdorf (Landesgrenze Thüringen/Bayern) bis zur Gemarkungsgrenze Neundorf von der Gemeinde Schwärzdorf vom Herzoglich sächsischen Domänen-Fiskus Coburg im Jahre 1873 für 105 Gulden erkauft worden ist. Das heißt, dass die heutigen Schwärzdorfer Fischrechte in der Föritz ursprünglich auf der Seite des Herzogtums Sachsen-Coburg lagen.

Ob damit das Rätsel um diesen außergewöhnlichen Markstein gelöst ist, scheint fraglich. Insbesondere das unbestimmte Wappen auf der Ostseite verlangt nach einer weitergehenden Erklärung. fb