Das Kulturamt der Stadt Erlangen hat sich dafür entschieden, das 40. Erlanger Poetenfest 2020 in kleinen, dezentralen Veranstaltungsformaten und verstärkt im öffentlichen Raum umzusetzen. Rund 90 Schriftsteller, Publizisten und Künstler werden zu diesem Ereignis, einem der bekanntesten und beliebtesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum, nach Erlangen kommen.

Im Mittelpunkt steht die Reihe "Literatur aktuell", unter anderem mit Marcel Beyer, Birgit Birnbacher, Valerie Fritsch, Verena Güntner, Anna Katharina Hahn, Monika Helfer, Thilo Krause, Christoph Peters, Marion Poschmann, Leif Randt, Ulrike Almut Sandig, Andreas Schäfer, Peter Stamm, Heinrich Steinfest und Anne Weber.

Die Gesprächsreihe "Zäsur 2020 - Die Welt im Wandel" wird anlässlich der Corona-Krise Themen wie Freiheit, Demokratie, Bürgerrechte, Europa, Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, Identität, Sprache und Ausgrenzung thematisieren. Dazu haben hochkarätige Gäste zugesagt: Amerika-Experte Tyson Barker, der Autor Max Czollek, die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, die Publizistin Kübra Gümüsay, die Philosophin Svenja Flaßpöhler, die Strafrechtlerin Elisa Hoven, die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler, der Wirtschaftsjournalist Henrik Müller, der Kulturjournalist und Korrespondent Malcolm Ohanwe, der irakische Schriftsteller Usama Al Shahmani, der Soziologe Martin Schröder und die Reporterin Gabriele Riedle.

Zum Auftakt präsentiert das Kulturamt Erlangen mit dem Bayerischen Rundfunk am neuen Veranstaltungsort Kulturinsel Wöhrmühle die "Bayern-2-Nacht der Poesie". Esther Kinsky, Nadja Küchenmeister und Marion Poschmann stellen ihre neuen Gedichtbände vor, Lutz Seiler liest aus seinem ausgezeichneten Roman "Stern 111", Yasmo performt feministischen Hip-Hop, umrahmt vom Slam-Poeten Bas Böttcher und dem Trompeter Frank Braun.

Lesungen aus Neuerscheinungen

Die aktuelle Literatur wird an fünf Orten in jeweils einstündigen Einzelveranstaltungen gefeiert. Marcel Beyer, Birgit Birnbacher, Daniela Danz, Valerie Fritsch, Dorothea Grünzweig, Verena Güntner, Anna Katharina Hahn, Monika Helfer, Volker Jarck, Thilo Krause, Christoph Peters, Marion Poschmann, Leif Randt, Ulrike Almut Sandig, Andreas Schäfer, Peter Stamm, Heinrich Steinfest, Anne Weber, Iris Wolff und Nell Zink und werden an verschiedenen Orten aus ihren Neuerscheinungen lesen.

Nachdem der Internationale Comic-Salon Erlangen in diesem Jahr abgesagt werden musste, steht das Poetenfest-Programm für Kinder und Familien ganz im Zeichen der Comics: Am Wochenende findet im Garten des Kulturzentrums E-Werk das "Kinder lieben Comics! - Poetenfest-Spezial" statt.

Auch grafische Literatur für Erwachsene findet sich im Programm des Poetenfests: Der Erlanger Zeichner Michael Jordan stellt in einer Ausstellung und in einer Lesung mit dem Gitarristen Robert Lepenik seine neue Graphic Novel "Warum wir müde sind" vor, Mawil präsentiert seine gefeierte Western-Hommage "Lucky Luke sattelt um" und die Max-und-Moritz-Preisträger Julia Bernhard, Anke Feuchtenberger, Lisa Frühbeis, @kriegundfreitag und Anke Kuhl lesen aus ihren Werken.

Auf der Kulturinsel Wöhrmühle treten die Singer-Songwriter beim "Highlander Song-Slam" gegeneinander an, und der klassische Open-Air-Poetry-Slam zum Poetenfest präsentiert wieder einige der besten Literaturperformer Deutschlands.

Auch das Bayern-2-Büchermagazin "Diwan" macht wieder in Erlangen Station, und in Zusammenarbeit mit den Lamm-Lichtspielen wird eine Reihe von Literaturverfilmungen gezeigt.

Der Kriegsfotograf Wolf Böwig rückt den Gewaltraum Europa auf Straßen und Plätzen Erlangens in den Fokus, indem er seinen Blick auf die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln und die Situation an den europäischen Außengrenzen richtet.

Aus organisatorischen Gründen müssen in diesem Jahr für alle Veranstaltungen Eintrittskarten erworben werden. Es wird dringend empfohlen, den Vorverkauf in Anspruch zu nehmen, da Tageskassen nur in Ausnahmefällen und bei Restkarten geöffnet werden. Der Vorverkauf hat online und an den bekannten Vorverkaufsstellen bereits begonnen. Ab dem Besuch von fünf Veranstaltungen wird 25 Prozent Rabatt gewährt. red