Multiple Sklerose (MS) hat viele Gesichter und kann Menschen aller Alters- und Gesellschaftsgruppen treffen. Im Landkreis Haßberge gibt es seit 30 Jahren eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und deren Angehörige. In der Jubiläumsfeier blickte die Gruppe zurück. Mit einem Dankgottesdienst im Zeiler Käppele klang der Nachmittag aus. Monika Strätz-Stopfer, die Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, gratulierte zu dem runden Geburtstag und überreichte als Anerkennung für die wertvolle Arbeit einen Scheck. Zu den Gratulanten gehörte auch Erika Fleischmann als Vertreterin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Unterfranken.
Die Diagnose "Multiple Sklerose" bedeutet einschneidende Veränderungen, eine Flut von Emotionen und eine starke Verunsicherung. Partnerschaft muss neu definiert werden, die Zukunft wird ungewiss. Die Selbsthilfegruppe versucht zu helfen, was sich schon in ihrem Motto ausdrückt: "Alles geht - aber eben anders". Gruppenleiterin Rosemarie Pischel würdigte besonders die Verdienste von Marga Klein, Kveta und Klaus Theile sowie ihres eigenen Mannes Günther Pischel für die einfühlsame und zuverlässige Unterstützung.
Das erste Treffen mit 14 Betroffenen fand am 6. Juli 1988 statt. Heute besteht die Gruppe aus zwölf Mitgliedern und vier Begleitpersonen. "Die Arbeit für die Gruppe ist für mich eine Herzensangelegenheit", begründet Rosemarie Pischel, warum sie seit 1996 Leiterin ist. Sie freut sich über jeden Betroffenen, der den Weg in die Selbsthilfegruppe findet (Kontakstelle für Selbsthilfegruppen am Landratsamt unter der Rufnummer 09521/27313. red