Burgebrach — Zwei Tage symphonischer Blasmusik gingen am Sonntagmittag in Burgebrach zu Ende. Zwei Tage, an denen 21 Orchester mit 663 Musikerinnen und Musikern aus ganz Nordbayern ihr Können unter Beweis stellten und sich mit anderen messen konnten.
Empfangen wurden sie vom Musikverein Ebrachtaler Musikanten Burgebrach, der die Wertungsspiele des Nordbayerischen Musikbundes in der Steigerwaldhalle ausrichtete. Die 2007 generalsanierte Halle sorgte bei Wertungsrichtern und Zuhörern für besten Hörgenuss.

Überraschten und Abräumer

Es gab Überraschungen, wie die Blaskapelle St. Josef aus Gaustadt unter der Leitung von Chad McRoberts, die seit Langem zum ersten Mal wieder an einem Wertungsspiel teilgenommen hat und in der Unterstufe gleich einen "ausgezeichneten Erfolg", das höchste Prädikat, erreichte.
Es gab auch richtige "Abräumer", wie die Werntaler Musikanten Arnstein, die mit der Trachtenkapelle Müdesheim-Reuchelheim gemeinsame Nachwuchsarbeit betreiben. Beide Orchester der Kooperation, die Musikmäuse (Grundstufe) und die Rhythmusräuber (Unterstufe) konnten unter dem Dirigat von Stefanie Greif einen "ausgezeichneten Erfolg" erzielen. Und das trotz der tropischen Temperaturen und einem der längsten Anfahrtswege.

Gundelsheimer ganz oben

In der Oberstufe, der höchsten der fünf Stufen, gab es nur einmal einen "ausgezeichneten Erfolg". Das Hauptorchester des Musikvereins Gundelsheim konnte unter der Leitung von Josef Gentil die Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden Walter Edelmann, Hellmut Blaudszun und Tobias Wunderle, am meisten überzeugen. Besonders ihre Interpretation von "Finnegan's Wake" von James Archibald Potter, die 94 Punkte erhielt, beeindruckte.

Engagierte Helfer

Während des gesamten Wochenendes stand den Musikern der Gastorchester dabei für Fragen und zur Betreuung ein engagiertes Helferteam, bestehend aus 50 Vereinsmitgliedern der Ebrachtaler Musikanten zur Verfügung. Daneben fielen aber auch verwaltende Tätigkeiten für den austragenden Verein des Wertungsspiels an. Das Herzstück war dabei hinter den Kulissen die Erfassung der Bewertungen der Juroren für die einzelnen Orchester, die Zusammenführung von drei handschriftlichen Bewertungsnotizen und Errechnen der Gesamtpunktzahl.

Wichtiger Wettbewerb

Für viele Orchester gehört die Teilnahme an den Wertungsspielen neben den eigenen Konzerten zu den Highlights des Jahres. Monatelang bereiten sie sich in intensiver Probenarbeit mit ihren Dirigenten darauf vor. Dabei kann ein Orchester je nach Können eine der Leistungsstufen Kritikspiel, Grundstufe, Unterstufe, Mittelstufe oder Oberstufe für die Beurteilung auswählen. Mit einem selbst ausgewählten Stück und einem vorgegebenen Werk betritt ein Orchester dann die Bühne. Sitzt das Orchester erst einmal in der Halle, spürt auch das Publikum die Anspannung der Musiker. Diese Energie entlädt sich dann in der Interpretation der musikalischen Werke bekannter Komponisten.
Vom Klang der Flöte über das größte Blechblasinstrument, die Tuba, bis zur großen Trommel und Pauke kommt jeder Ton beim Publikum, aber auch bei drei Juroren an.

Applaus als Lohn

Im Anschluss an den Vortrag wird das Orchester dann zunächst durch den Applaus der Zuhörer belohnt - ehe noch immer hochkonzentriert und voller Anspannung das Zeichen der Wertungsrichter für den Vortrag des zweiten Stücks erwartet wird. Während das eine Orchester - sichtlich gelöst - dann gerade noch dabei ist die Halle zu verlassen, betritt schon das nächste Orchester - voller Erwartung - den Raum. Alle Ergebnisse und viele Fotos vom Wochenende zeigt der veranstaltende Verein auf www.ebrachtaler.de/wertungsspiel. red