Das 19. Psychiatrie-Symposium des Bezirksklinikum in Kutzenberg am morgigen Samstag widmet sich den Senioren, deren Angehörigen und sie professionell behandelnden und pflegenden Menschen. Das Fachpublikum erwartet am Vormittag eine Vortragsreihe und nach der Mittagspause anschließend interaktive Podiumsdiskussion zum Thema "Verhaltensstörungen im Alter" .
Demenzen, unterschiedliche psychotische Zustände und Depression, vielleicht sogar Suizidgedanken - Krankheitsbilder wie diese werden im Alter häufiger. Referenten aufschlussreicher Vorträge, Teilnehmer einer Podiumsdiskussion sowie das interessierte Fachpublikum setzen sich von 9 bis 16.30 Uhr mit verschiedenen damit in Zusammenhang stehenden Themen auseinander.
Auch psychotherapeutische Ansätze unterschiedlicher Intensität sind für die Patienten und deren Angehörige wichtig. Das reicht von Aufklärung über Schulung im Umgang mit der Erkrankung (Psychoedukation) bis zur Bearbeitung von familiären Konflikten oder individuellen Erlebnissen.


Psychotherapie kann helfen

In früheren Jahrhunderten vertrat man die Meinung, dass Psychotherapie bei älteren Menschen nichts mehr nütze. "Heute weiß man, dass auch bei älteren Patienten auf psychotherapeutischer Ebene, individuell angepasst an die besonderen Anforderungen von Senioren, viel erreicht werden kann", betont Dr. Bachar Khalife, leitender Oberarzt der Kutzenberger Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Es sind viele Themenbereiche, die beim Psychiatrie-Symposium zur Sprache kommen werden.
Beinahe jeder kennt einen Senior, dem der "Verrentungsschock" zu schaffen macht. "Hobbys sind für viele bis zum Eintritt in den Ruhestand zweitrangig. Wenn die Arbeitstätigkeit dann wegfällt, wissen manche nicht, wie sie mit der freien Zeit umgehen sollen und fallen mitunter ein Loch", weiß Khalife. Wiederum andere ältere Semester tragen ein oft viele Jahre lang unbewältigtes Trauma mit sich herum. Die vom Mediziner benannten Gründe sind vielschichtig: "Ein Überfall, der Tod des Ehepartners oder ein Schlaganfall, nachdem man bisher kerngesund war - solche Ereignisse reißen einem oft den Boden unter den Füßen weg." So entsteht eine depressive Erkrankung im fortgeschrittenen Lebensalter. Manch einer versucht, die Gedanken mit Alkohol zu betäuben. Doch es kann gelingen, dem Leben wieder Inhalt zu geben. "Wir wollen den Patienten helfen, aus dem Teufelskreis psychischer Erkrankungen herauszufinden oder am besten gar nicht erst hineinzugeraten", sagt Khalife.