Seit einigen Wochen wird gegen das Coronavirus geimpft. Verschiedene Impfstoffe kommen dabei zum Einsatz. Das Klinikum Fürth kritisiert, dass nicht alle Impfdosen verimpft würden. Das Imageproblem des Stoffes von AstraZeneca sowie fehlender Pragmatismus wirken sich laut dem Pandemiebeauftragten des Krankenhauses, Dr. Manfred Wagner, spürbar negativ auf die Impfquoten aus.

Er appelliert daher: "Bitte lassen Sie sich impfen, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Egal, mit welchem Impfstoff. Die Angst vor dem AstraZeneca-Impfstoff ist völlig unbegründet", erklärt Wagner.

Klinikum Fürth: Pandemiebeauftragter ruft Bevölkerung zum Impfen auf

Schuld daran, dass nicht alle Impfdosen verimpft würden, sei laut Wagner das Imageproblem des Impfstoffes - aber auch die Regierung. Die Politik müsse Strukturen schaffen, wie die Dosen optimal verteilt werden könnten. Deutschland habe laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in der letzten Woche 1,4 Millionen AstraZeneca-Impfdosen bekommen, aber nur etwas mehr als 200.000 Impfdosen verimpft. Nach Bayern wurden demnach über 220.00 Dosen geliefert, aber bisher weniger als ein Drittel wurde davon verimpft. "Das darf einfach nicht sein."

"Wenn wir nicht in eine dritte Welle laufen und in wenigen Monaten wieder ein etwas normaleres Leben führen wollen, brauchen wir mehr Pragmatismus", betont der Pandemiebeauftragte des Fürther Klinikums, "beispielsweise eine Öffnung bei den Priorisierungen, bevor wir Impfstoff gar nicht verimpfen.“ Dies könne jedoch nur durch zentrale Vorgaben geschaffen werden.

In der Pressemitteilung des Klinikums Fürth heißt es außerdem, dass der Impfstoff von AstraZeneca eine ähnliche Wirkung habe, wie der von BioNTech. "Konkret reduziert BioNTech die Zahl der Klinikaufenthalte nachweisbar um bis zu 85 Prozent, AstraZeneca sogar um bis zu 94 Prozent. Bei der englischen Mutante zeigt AstraZeneca die gleiche signifikante Wirksamkeit wie BionTech oder Moderna."

"Jede Impfdosis muss verimpft werden. Und zwar jetzt!“

Jede Impfdosis sei wichtig, so Wagner, damit die Zahl der Erkrankten auf Normal- und Intensivstationen nicht wieder steige und Belastungsgrenzen abermals erreicht würden. "Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Deshalb muss jede Impfdosis verimpft werden. Und zwar jetzt!“