Der Juni in Franken startet verregnet: Nach den warmen Monaten März und April, war der Mai laut dem Deutschen Wetterdienst insgesamt zu kühl. Auch der Juni wirkt bisher unterkühlt. Täuscht das Gefühl, dass es zu kalt ist und zu wenig Sonne hat? Der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in München, Guido Wolz, erklärt im Gespräch mit inFranken.de wie die aktuelle Lage ist und was uns diesen Sommer noch erwarten kann.

Nur wenige Tage nach Beginn des Monats zeigen sich bereits erste Entwicklungen. "Das aktuelle Gebietsmittel für Juni im Bundesland Bayern ist aktuell im Vergleich zu den Daten seit 1961 etwas zu kalt", erklärt Wolz. Der Juni sei zwar recht warm gestartet, aber das aktuell regnerische und bewölkte Wetter ziehe den Schnitt nach unten. "Aber es kommen ja noch drei Juni-Wochen", die besser werden können.

Trendwende: Juni bisher kälter als Durchschnitt

Allerdings sei es völlig normal, dass es im Juni auch regnet: "Gerade im Vergleich zum letzten Jahr könnte man meinen, dass es dieses Jahr kälter ist. Dabei war der Juni letzten Jahres sowohl in der Sonnenscheindauer, dem Niederschlag und der Temperatur völlig außergewöhnlich. Aktuell haben wir völlig normales Wetter - für Mitteleuropa." Denn zu dieser Zeit seien viele Wolken und Regen die Normalität. 

Betrachtet man sich die Juni-Durchschnittstemperatur der letzten 30 Jahre verschiedener fränkischer Städte, zeigt sich, dass der Juni im letzten Jahr hier im Schnitt 20,3 Grad Celsius sehr warm war. Nur der Sommer 2003 war mit 20,8 Grad sogar noch heißer. Am kältesten war es im Jahr 1991 mit nur 14 Grad. Deutlich erkennbar ist jedoch, dass sich die Temperaturen im Juni seit 2013 stetig erhöhen. Dieser Juni könnte sich allerdings entgegen den Trend entwickeln.

Dass bereits der Mai etwas zu kühl war und der Juni ähnlich startet, liege an der kühlen Meeresluft, die aus Nord-Osten zu uns kommt. "Am Donnerstag und Freitag (11. und 12. Juni) ändert sich die Wetterlagenkonstellation: Dann verlagert sich das Tiefdruckgebiet über Südfrankreich und Norditalien über den Golf von Biskaya und wir bekommen einen kurzen Zwischenhocheinfluss", schätzt Wolz ein. Eine stabile Hochdrucklage, mit konstant gutem Wetter, sei jedoch nicht zu erwarten. "Das Wetter aktuell ist aber völlig normal für unseren Sommer in Bayern", beruhigt Wolz. 

Siebenschläfer-Tag gibt Trend für Sommer an

Wie der Sommer weiter gehen könnte, kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Einen Hinweis könnte der Zeitraum um den 27. Juni - den Siebenschläfer-Tag - geben. Denn bereits eine Bauernregel besagt: "Regnet's am Siebenschläfertag, es noch sieben Wochen regnen mag." Da ist etwas Wahres dran - denn die Wetterkonstellation Ende Juni, Anfang Juli lässt tatsächlich Rückschlüsse auf die nächsten Wochen zu, erklärt Wolz.

Der Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli lässt rein erfahrungsgemäß zumindest vage Rückschlüsse auf den weiteren Sommer zu: "Mit 50 bis 60 prozentiger Wahrscheinlichkeit stimmen diese Voraussagen dann auch", sagt Wolz. Wenn sich in diesem Zeitraum beispielsweise ein beständiges Tiefdrucksystem vom Atlantik einstellt, dann kann das darauf hindeuten, dass die nächsten Sommerwochen auch eher verregnet bleiben.