Mit Wucht ziehen einzelne Gewitterzellen seit Sonntag (21. Juni 2026) über Franken. Dabei sind einige Regionen mehr betroffen als andere. Auf Anfrage von inFranken.de nennt die Polizei Oberfranken 23 unwetterbedingte Einsätze, die sich am Sonntag zwischen 12 und 22 Uhr ereignet haben. Dabei macht der Sprecher deutlich, dass es sich nur um Ereignisse handelte, bei denen die Polizei involviert war.
Der oberfränkische Schwerpunkt lag demnach im Großraum Bamberg. Es handelte sich vorwiegend um umgestürzte Bäume und Verkehrsbeeinträchtigungen. Fünf Unfälle ereigneten sich in diesem Zusammenhang - mit einem geschätzten Sachschaden von 40.000 Euro.
Unwetter in Oberfranken - Frau wird in Auto eingeklemmt
Der Kreisfeuerwehrverband Bamberg meldete sich am Montagmorgen mit einer Bilanz in den sozialen Medien: "Ab etwa 16.50 Uhr nahm das Einsatzaufkommen insbesondere im Bereich Memmelsdorf, Scheßlitz und Litzendorf innerhalb kurzer Zeit deutlich zu." Wie inFranken.de bereits berichtete, konnten Memmelsdorfer Anwohner tischtennisballgroße Hagelkörner beobachten.
Insgesamt waren 45 Einsätze mit Unwetterbezug zu bewältigen. "Der Schwerpunkt lag im Bereich Memmelsdorf mit 28 Einsätzen, gefolgt von Scheßlitz mit zehn und Litzendorf mit sechs Einsätzen", heißt es. Über diese drei Abschnittsführungsstellen waren insgesamt 211 Einsatzkräfte eingebunden. Wie die Litzendorfer Feuerwehr in einem Social-Media-Post berichtet, wurde sie am Sonntagabend um 17.38 Uhr zu einem Brand im Freien nach einem Blitzeinschlag in die Nachbargemeinde Meedensdorf gerufen.
Die Unwetterlage sorgte jedoch schnell für eine Planänderung. Noch während der Anfahrt wurde der Trupp informiert, dass er als Abschnittsführungsstelle der Gemeinde Litzendorf gebraucht werde. Somit fuhren die Einsatzkräfte wieder zurück zum eigenen Gerätehaus und koordinierten von dort aus insgesamt sechs Einsätze der Feuerwehren aus Pödeldorf, Schammelsdorf und ihrer eigenen Kameraden. Gegen 20.45 Uhr konnten der Einsatz als Abschnittsführungsstelle beendet und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht werden. In Pettstadt schlug zudem ein Blitz in ein landwirtschaftliches Gebäude ein.
Stadt und Kreis Kronach
Auch die Feuerwehr der Stadt Kronach musste mehrmals ausrücken. Auf der B85 fuhr am späten Sonntagabend eine 57-jährige Autofahrerin im Bereich der Firma Voitländer, wie die Polizei berichtet. Plötzlich brach im angrenzenden Wald ein etwa 50 Zentimeter dicker Baumstamm ab. Die Fahrerin konnte nicht mehr ausweichen und der Baum fiel direkt auf ihr Auto. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe und verfehlte die Frau nur knapp. Ein Zeuge befreite die eingeklemmte Frau. Sie erlitt einen Schock und leichte Abschürfungen.
Die Feuerwehr Kronach und das Straßenbauamt entfernten den Baum und kümmerten sich um das beschädigte Auto. Für die Dauer der Bergungsarbeiten blieb die B85 zwei Stunden lang komplett gesperrt. Wie die Feuerwehr Küps aus dem Landkreis Kronach in den sozialen Medien mitteilte, musste sie im Laufe des Abends insgesamt sieben technische Hilfeleistungseinsätze abarbeiten. Hierbei wurden unter anderem Bäume von der Fahrbahn beseitigt und Äste und Ziegel gesichert, die herabzustürzen drohten. Gegen 20.30 Uhr waren alle Einsätze beendet.
Kreis Coburg
Im Bereich Seßlach mussten Einsatzkräfte zwei vollgelaufene Keller leerpumpen, wie die Kreisbrandinspektion Coburg berichtet. Im Neustadter Stadtteil Brüx schlug zudem ein Blitz in einen Wetterhahn ein. Dadurch geriet das darunterliegende Gebälk in Brand. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr Bergdorf und des Einsatzes der Drehleiter der Feuerwehr Neustadt bei Coburg konnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindert werden, heißt es.
Ein Sprecher der für die Landkreise Coburg, Lichtenfels und Kronach zuständigen Integrierten Leitstelle Coburg berichtet auf Nachfrage von inFranken.de im Großen und Ganzen von einer vergleichsweise ruhigen Lage seit Sonntagabend. Zwar habe man nach der offiziellen Unwetterwarnung des DWD die Bereitschaft erhöht, allerdings sei es letzten Endes lediglich zu punktuellen Einsätzen gekommen.
Ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken, die für Stadt und Landkreis Hof sowie den Landkreis Wunsiedel zuständig ist, spricht von einer ruhigen Lage "ohne nennenswerte Einsätze".
Mittelfranken
Die Polizei Mittelfranken verzeichnete seit Sonntagvormittag knapp 30 unwetterbedingte Einsätze, wie sie inFranken.de mitteilt. Der Schwerpunkt lag in Zirndorf. Laut News5 steckte ein Auto in einer überfluteten Unterführung fest. Auch Windsbach nennt die Polizei Mittelfranken. Unfälle vermeldet sie unterdessen nicht. In Erlangen liefen am Montagvormittag noch etwa 50 Einsätze. Unter anderem stürzte ein Baum auf einen Wohnwagen und eine wichtige Bahnunterführung musste wegen Überflutung gesperrt werden.
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