"Schick mal Nacktbilder": Die Polizei warnt vor sogenanntem Sexting. Gemeint ist das Verschicken von intimen Nachrichten, Fotos oder Videos per Handy oder über soziale Netzwerke. Wer solche Aufnahmen verschickt, gibt die Kontrolle darüber aus der Hand.
"Sexting kann schnell Risiken mit sich bringen – besonders, wenn Bilder in falsche Hände geraten", warnt die Polizei Mittelfranken in einem Beitrag auf sozialen Netzwerken. Demnach können die Aufnahmen dann ohne Wissen der Absender weiterverbreitet werden. Für die laut Polizei tausenden Betroffenen entstehen so Scham und Angst. Viele fühlen sich hilflos und schämen sich auch, in derartigen Fällen um Hilfe zu bitten.
Wenn Sexting zu Sextortion wird: Diese Möglichkeiten haben Opfer
Nutzen Täter die intimen Inhalte zur Erpressung, spricht man von Sextortion. Dabei drohen sie, Bilder oder Videos zu veröffentlichen, wenn kein Geld an sie gezahlt wird. Die Betroffenen geraten dadurch oft stark unter psychischen Druck. Viele wissen nicht, wie sie aus der Situation wieder herauskommen. Auch in Bayern gibt es immer wieder Fälle von Sextortion. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) findet das Phänomen auch unter Kindern und Jugendlichen immer öfter statt.
Wurden Fotos oder Videos ungefragt veröffentlicht, sollten die Aufnahmen laut dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen bei dem Anbieter gemeldet werden, über dessen Dienst das Material verbreitet wurde, und dort entfernt werden lassen. Betroffene sollten sich an einen Anwalt wenden, um mit juristischer Unterstützung die Verletzung des Rechts am eigenen Bild geltend zu machen - denn niemand darf ohne die Zustimmung der abgebildeten Person Fotos oder Videos verbreiten.
Wurden Aufnahmen ungefragt weitergeleitet, die den "höchstpersönlichen Lebensbereich" verletzen, sollte zudem Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Darunter sind Aufnahmen zu verstehen, die in der persönlichen Privatsphäre wie der eigenen Wohnung, der Toilette oder der Dusche aufgenommen wurden.
Sexting ist ein reales Problem: Viele Jugendliche erleben Verletzungen von Grenzen
Einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW aus dem Jahr 2025 zufolge geben zehn Prozent der Elf- bis 17-Jährigen an, bereits selbst Sexting-Nachrichten versendet zu haben – im Jahr 2023 waren es noch sechs Prozent. Gleichzeitig geben 31 Prozent aller Befragten an, bereits Sexting-Nachrichten erhalten zu haben - eine deutliche Steigerung gegenüber 2024 (25 Prozent) und 2023 (21 Prozent).
Dabei fällt besonders auf, dass 83 Prozent der Befragten, die Nachrichten mit sexuellen Inhalten erhalten haben, solche Inhalte auch ungefragt zugesendet bekommen haben. Mädchen sind von dieser Art sexueller Belästigung öfter betroffen als Jungen. Außerdem gibt ein Viertel derjenigen, die bereits gesextet haben, an, dass sie sich beim Sexting zu Dingen haben überreden lassen, die sie eigentlich gar nicht tun wollten. Die Polizei mahnt dahingehend eindringlich: "Ihr habt das Recht 'Nein' zu sagen. Eure Sicherheit zählt!"