Am Freitag, 29. April 2022, kam es sowohl in Marktredwitz als auch in Bad Neustadt zu mehreren Betrugsversuchen durch sogenannte Schockanrufe. Englischsprechende Täter gaben sich als Mitarbeiter von Interpol aus und versuchten, die angerufenen Personen zur Zahlung von Geld zu veranlassen. Das teilten die Polizeiinspektionen Marktredwitz und Bad Neustadt/Saale mit. 

Die Anrufer behaupteten, über die Konten der Betroffenen würden Drogengeschäfte abgewickelt. Die angerufenen Bürger fielen jedoch nicht auf die Betrugsmasche herein. Wie dreist die Anrufer vorgingen, zeigt folgendes aktuelles Beispiel. Eine 20-Jährige aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld erhielt am Freitag einen Anruf von einer ihr unbekannten Mobilfunknummer.

Betrüger wollte junge Frau dazu überreden, Geld nach Thailand zu überweisen

Es meldete sich ein Mann, der vorgab, ein Officer aus Den Haag zu sein. Um dies zu untermauern, nannte er seinen Namen und seine Dienstnummer. Der Unbekannte erklärte der 20-Jährigen, dass Betrüger ihre Identität übernommen hätten und Geldwäsche sowie Drogengeschäfte damit betreiben würden.

Der vermeintliche Officer wolle der jungen Frau helfen, ihre Unschuld zu beweisen. Dafür müsse aber das Bankkonto der 20-Jährigen eingefroren werden. Der Officer wies sie deshalb an, die Hälfte ihres Geldes auf ihrem Bankkonto per Bezahlsystem auf ein anderes „sicheres“ Konto in Thailand zu transferieren. Die Geschädigte hatte Glück, denn ihre Bank stufte die Überweisung als verdächtig ein und fragte bei der Kontoinhaberin nach. Daraufhin wandte sich die junge Frau an die Polizei. Dort wurde sie über die Betrugsmasche aufgeklärt.

Umgehend erstatte die junge Frau Anzeige gegen die Betrügenden. Da es in letzter Zeit vermehrt zu Anrufen von „Officern“ kam, hat die Polizei folgende Hinweise:

  • Überprüfen Sie Angaben unbekannter Anrufer.
  • Halten Sie im Zweifel Rücksprache mit Ihrer Bank oder der Polizei.
  • Übermitteln Sie keine Codenummern von Gutscheinkarten und überweisen Sie kein Geld an fremde Kontoverbindungen.
  • Kommen Ihnen Bedenken wegen des richtigen Vorgehens, rufen Sie die Polizei an. Diese wird prüfen, ob eine strafbare Handlung vorliegt und gegebenenfalls ein Anzeigeverfahren einleiten.