Bunt, leuchtend und weihnachtlich geschmückt sind am Samstagabend (5. Dezember 2020) zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren durch Franken gefahren. Die Aktion "Ein Funken Hoffnung" war aber nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch einen ernsten Hintergrund.

Duzende Traktoren, allesamt mit Lichterketten, Weihnachtsmännern oder gar Christbäumen geschmückt, sorgten am Abend vor dem Nikolaustag für große Aufmerksamkeit und leuchtende Kinderaugen. Hunderte Passanten hatten sich bereits kurz vor 18 Uhr an den Straßen versammelt und warteten darauf, dass die Landwirte sich auf ihren Weg machten.

Zahlreiche Kinderaugen wurden zum Leuchten gebracht

In Bamberg war der Parkplatz rund um die Brose Arena gut gefüllt, viele Eltern standen mit ihren Kindern am Straßenrand, rund 40 leuchtende Traktoren hatten sich an der Arena eingefunden, ehe die Fahrt losging. Pünktlich um 18 Uhr war es dann soweit. In einem großen Konvoi, unterstützt von der Polizei, fuhren die Landwirte mit ihren Traktoren quer durch Bamberg - bis zu ihrem Ziel, dem Klinikum am Bruderwald. 

Auch in Hof, Schweinfurt und weiteren Teilen in Deutschlands bot sich ein ähnliches Bild. In anderen Orten, wie beispielsweise Forchheim und Ebermannstadt, war "Ein Funken Hoffnung" ebenfalls geplant, wurde jedoch vom Ordnungsamt untersagt. 

Da in diesem Jahr sämtliche Weihnachtsmärkte und Umzüge der Corona-Krise zum Opfer fielen, wollten die Landwirte mit der Aktion am Nikolausvorabend für kleine Lichtblicke in der Pandemie sorgen und Hoffnung schenken. Dafür verteilten sie auch kleine Geschenke an Krankenhäuser und Heime. 

Aktion "Ein Funken Hoffnung" hat ernsten Hintergrund

Was an sich eine tolle Idee ist, hat aber auch einen ernsten Hintergrund. Die Aktion diente den Landwirten auch zu Demonstrationszwecken. Die wirtschaftliche Lage ist auf vielen landwirtschaftlichen Höfen aktuell mehr als angespannt bis aussichtslos. Es geht also um Fairness in der Landwirtschaft.

"Wir sind hier, weil wir weihnachtliche Stimmung in die Stadt Hof bringen wollen. Haben hierfür unsere Traktoren festlich geschmückt. Das Ganze ist eine Demonstration, wie wir sie schon in der Vergangenheit hatten. Die Landwirtschaft wird meiner Meinung nach zu oft durch Dreck gezogen", erklärt der Veranstalter der Aktion im oberfränkischen Hof, Martin Schmidt, im Interview mit News5.

Die Aktion fand bundesweit an vielen Orten statt und stammt von der Bewegung "Land schafft Verbindung". Sie soll Verständnis dafür wecken, dass die Situation auf den heimischen Bauernhöfen und der Preiskampf mit dem Handel schwierig ist. "Die Landwirtschaft sei seit Jahren unter Dauerfeuer, sagt Martin Schmidt aus Hof. "Wir werden hingestellt als Umweltverschmutzer, Bodenvergifter, Tierquäler und so weiter."