Die Gefahr durch das Winterwetter ist weiterhin groß: Auf den schnee- und eisglatten Straßen in Bayern haben Dutzende Unfälle für zahlreiche Polizeieinsätze gesorgt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt, wie die Einsatzzentralen am frühen Morgen berichteten. Größtenteils sei es bislang bei Blechschäden geblieben. Übrigens fiel in mehreren Landkreisen am Freitag die Schule aus.
In Unterfranken rückte die Polizei mindestens 54 Mal aus, wie ein Sprecher sagte. Auf den dortigen Autobahnen ging es mehrmals nicht weiter, etwa auf der A7 bei Oberthulba (Landkreis Bad Kissingen), wo rund zwei Dutzend Lastwagen im Schneetreiben nicht mehr vorankamen. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht zum Freitag unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) aus. Mit der Hilfe vom THW wurden die Lastkraftwagen angezogen - bis sie von selbst aus weiterfahren konnten. Grund für den Einsatz bei Oberthulba sei Neuschnee gewesen, hieß es. Die Autobahnmeisterei sei gekommen und habe den Schnee geräumt. Dafür sei die A7 zeitweise gesperrt worden. Zum morgendlichen Berufsverkehr war die Fahrbahn wieder freigegeben worden.
Vor allem Unterfranken betroffen - Auto mit Sommerreifen fliegt von Straße
Mehrere Lastwagen sind auf einer ansteigenden Strecke der Autobahn 71 in Unterfranken im Schnee steckengeblieben. An dem Einsatzort bei Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) stockte der Verkehr zeitweise, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzkräfte seien am frühen Morgen vor Ort gewesen und hätten den Schnee geräumt. Dann konnten die Lastwagen demnach wieder weiter fahren. Verletzt wurde niemand.
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Auf der Autobahn 70 bei Gochsheim (Kreis Schweinfurt) ist ein Lastwagen aufgrund der schneeglatten Fahrbahn in die Mittelleitplanke gerutscht. Die Strecke ist von Bamberg kommend in Richtung Schweinfurt gesperrt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. An dem Unfall war nur der Lkw beteiligt. Den Angaben zufolge wurde dessen Fahrer nicht verletzt. Ob der Lastwagen alleine weiterfahren kann, ist noch unklar. Zur Schadenshöhe machte die Polizei zunächst keine Angaben.
Gegen Mitternacht kam auf der Staatsstraße 2308 auf Höhe Waldaschaffer Forst im Kreis Aschaffenburg alleinbeteiligt von der Fahrbahn ab und blieb im Graben stehen. Die Ursache hierfür stand beim Eintreffen der Einsatzkräfte schnell fest - der Pkw war trotz der schneebedeckten Fahrbahn und der Jahreszeit noch mit Sommerreifen unterwegs. Der Mann blieb unverletzt. Ihn erwartet eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige.
Mehrere Unfälle im Raum Bayreuth - Fahranfänger kracht gegen Brückengeländer
Die Polizeiinspektion Bayreuth-Land verzeichnete insgesamt von Donnerstag bis Freitagmorgen drei Verkehrsunfälle, die auf nicht angepasste Geschwindigkeit bei Schneeglätte zurückzuführen sind. Der Gesamtschaden wird auf rund 30 000 Euro beziffert.
Am Donnerstagvormittag war eine 23-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Bayreuth auf der Kreisstraße 17 bei Weidenberg unterwegs und kam in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab, worauf sie gegen die dortigen Leitplanken prallte. Sie wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einige Stunden später verlor ein 22-jähriger Autofahrer auf der Staatsstraße 2191 von Eichenhüll nach Freienfels bei winterglatter Fahrbahn die Kontrolle und prallte gegen die rechte und linke Schutzplanke. Er blieb unverletzt.
Am Freitag baute schließlich ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Bayreuth gegen 3.15 Uhr einen Unfall auf der Kreisstraße 44 bei Hollfeld. Der Fahranfänger kam im kurvigen Straßenverlauf von der Fahrbahn ab und stieß gegen ein Brückengeländer - blieb dabei jedoch unverletzt.
Auf der A93 bei Rehau brachte ein Unfall schließlich die Feuerwehr an ihre Grenzen. Wie die Nachrichtenagentur News5 berichtet, krachte ein Auto gegen eine Leitplanke und kippte auf die Seite. Der Abschleppdienst ließ jedoch rund zwei Stunden auf sich warten - "Das zehrt natürlich zusätzlich an den Kräften, weil auch unsere Schutzkleidung dann irgendwann mal nicht mehr die Wärme so speichert", berichtete Thomas Schaller von der Feuerwehr Rehau gegenüber News5.
Viel Schnee in Mittelfranken - mehrere Unfälle auf der A3
Auf der A3 im Raum Erlangen kam es in der Nacht auf Freitag zu insgesamt drei Glätteunfällen. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt, wie die Verkehrspolizei meldete. Um 1.30 Uhr war ein 58-Jähriger mit seinem Kleintransporter in Richtung Passau unterwegs. Kurz vor der Anschlussstelle Nürnberg-Behringersdorf verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in die Schutzplanke. Der Fahrer wurde leicht verletzt und es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 10.000 Euro.
Um 1.40 Uhr fuhr ein 57-Jähriger mit seinem Sattelzug in Richtung Würzburg. Etwa einen Kilometer nach der Anschlussstelle Höchstadt-Nord geriet er auf schneeglatter Fahrbahn mit seinem Gespann in die Außenschutzplanke. Beim Gegenlenken stellte sich der Sattelzug quer und blockierte die gesamte Fahrbahn in Richtung Würzburg kurzzeitig komplett. Der Fahrer wurde nicht verletzt. Der Sachschaden liegt bei in etwa 6500 Euro.
Um 5.20 Uhr verlor schließlich ein 37-Jähriger kurz nach der Anschlussstelle Nürnberg-Nord in Richtung Passau beim Spurwechsel die Kontrolle über seinen Wagen. Das Fahrzeug geriet in Schleudern und kam von der Fahrbahn ab. Neben dieser kam es auf dem Dach zum Liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt und der Sachschaden liegt bei circa 22.000 Euro.
Im Raum Feuchtwangen geriet ein 35-Jähriger gegen 22 Uhr mit seinem Auto auf der Umgehung Walkmühle in einer Rechtskurve ins Rutschen und kollidierte mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Beide Fahrer blieben unverletzt. Der Sachschaden wird auf etwa 14.000 Euro geschätzt. Am Freitagmorgen gegen 5.20 Uhr kam schließlich eine 36-jährige Autofahrerin auf der Staatsstraße 2222 von Thürnhofen in Richtung Kaierberg ebenfalls aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit in einer Rechtskurve nach links auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Kleintransporter zusammen. Auch hier blieben beide Unfallbeteiligten unverletzt. Der Sachschaden beträgt circa 1.500 Euro.
Am Freitagmorgen ereignete sich auf der B505 bei Höchstadt laut der örtlichen Polizei ein Verkehrsunfall mit einer leicht verletzten Person. Eine 33-jährige Verkehrsteilnehmerin war gegen 6.20 Uhr mit ihrem Auto von Bamberg kommend in Fahrtrichtung Höchstadt unterwegs. Unmittelbar nach der Anschlussstelle Zentbechhofen kam das Fahrzeug alleinbeteiligt bei schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern, kam nach links von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Die Fahrerin kam mit leichten Verletzungen zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus. Am Auto entstand ein Totalschaden in Höhe von rund 12.000 Euro.
Räumdienste am Airport Nürnberg im Dauereinsatz - Bahn warnt vor Verzögerungen
Auch der Flughafen Nürnberg hatte mit dem markanten Wintereinbruch zu kämpfen. Laut der Nachrichtenagentur News5 arbeitete der Winterdienst des Flughafens am Freitagmorgen auf Hochtouren, um den Flugbetrieb am Laufen zu halten. Räumfahrzeuge bearbeiten demnach mit hoher Präzision die Start- und Landebahnen.
Auch im Bahnverkehr in Franken kommt es zu Verzögerungen. Auf dem sogenannten Neigetechniknetz Nordostbayern sollten die Regionalzüge zwischen Franken und der Oberpfalz vorsichtshalber langsamer fahren. Bislang sprach die DB von Verspätungen bis zu einer Viertelstunde. Der Ersatzverkehr für die Strecke Nürnberg - Bayreuth sei von den Witterungen ebenfalls betroffen: Es könne zu Beeinträchtigungen bei den Bussen auf den Straßen zwischen Nürnberg - Neuhaus (Pegnitz), Pegnitz - Bayreuth und Hersbruck - Pegnitz kommen.
In der Oberpfalz berichte die Polizei vorerst noch mehreren "Rutschereien" und herabgesetzten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen. Teils stockte dort der Verkehr. In Niederbayern wurden mindestens sechs Menschen bei Unfällen leicht verletzt. Am frühen Morgen gab es laut Polizei zwölf Einsätze: Verkehrsteilnehmer seien auf den winterlichen Straßen ins Rutschen gekommen. Auf der sogenannten Ruselbergstrecke (die Staatsstraße 2135 bei Deggendorf) bestehe derzeit eine Schneekettenpflicht.
Für die Nacht zum Freitag hatten die Meteorologen schwerpunktmäßig im Norden und Osten Bayerns teils kräftigen Schneefall erwartet. Bis in den Vormittag sei mit Glatteis durch gefrierenden Regen zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Betroffen sei insbesondere der Osten Bayerns. Für einen Teil des Freistaats hat der DWD eine Unwetterwarnung (Stufe drei von vier) bis zum frühen Morgen herausgegeben.
Auch für die Nacht zum Samstag erwarteten die Experten erneut Glätte durch Schnee und Niederschläge.