Wochenlang hatten Tausende gegen die strikten Corona-Abwehrmaßnahmen demonstriert, teils auch bei ungenehmigten Protesten. Der Lockerungskurs der meisten Landesregierungen schafft nun eine neue Lage.

In mehreren deutschen Städten haben am Samstag wieder Menschen gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus demonstriert - aber nach weitreichenden Lockerungen weit weniger als an vergangenen Wochenenden. Mancherorts gab es am Samstag auch Demonstrationen, die sich gegen Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker richteten.

Corona-Demonstrationen am Pfingstwochenende: friedlicher Protest mit weniger Beteiligten

In Bayern fand eine der größten Versammlungen in München statt. Auf der Theresienwiese demonstrierten unter dem Motto «Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung» rund 700 Menschen. Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung höchstens 1000 Menschen teilnehmen.

In Nürnberg waren gleich vier Protestveranstaltungen gegen die Corona-Beschränkungen angemeldet worden. Unmittelbar vor Beginn sprach ein Polizeisprecher von einem «ganz schwachen Zulauf». Gegenüber der Agentur News5 beurteilte Wolfgang Prehl vom Polizeipräsidium Mittelfranken den Einsatztag als "absolut ruhig und störungsfrei". Von den vier angekündigten Versammlungen fanden allerdings nur drei statt: Etwa 25 Personen wollte sich in der Innenstadt zusammenfinden, dort sind Versammlungen jedoch momentan nicht erlaubt. Um die Ansammlung von zu vielen Menschen auf engem Raum zu vermeiden, wurden die Demonstranten von der Polizei kontrolliert und vom Platz verwiesen.

Bei größeren Demonstrationen in vielen Orten Deutschlands hatten sich in den vergangenen Wochen bis zu 10 000 Menschen beteiligt. Teilweise waren die Aufzüge auf deutlich weniger Teilnehmer begrenzt gewesen, aber es hatten sich am Rande der genehmigten Veranstaltungen viele weitere Menschen versammelt. Örtlich war es auch zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Auch in Nürnberg lief vor Kurzem ein Protest gegen die Corona-Beschränkungen aus dem Ruder.