Der Bezirk Unterfranken bereitet sich auf eine mögliche zweite Welle in der Corona-Pandemie vor: Die Regierung ist auf der Suche nach Mitarbeitern, die die Gesundheitsämter unterstützen können. Etwa 325 Behördenangestellte sollen für den Fall bereitstehen. Das teilte Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk mit. 

Ende Mai hatte das Bayerische Kabinett beschlossen, das Personal im öffentlichen Gesundheitsdienst kurzfristig aufzustocken. Rund 4.000 Mitarbeiter aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes verstärken die Gesundheitsämter seither.

Bezirk Unterfranken sucht Unterstützung für Gesundheitsämter während Corona

"Mit dem Einsatz zahlreicher Unterstützungskräfte aus allen Ressorts im öffentlichen Gesundheitsdienst hat der Freistaat in den vergangenen Wochen kurzfristig und flexibel auf die Herausforderung der Corona-Pandemie reagiert", so die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. Um die Arbeitsfähigkeit der Ämter im Fall, dass die Zahl der Infizierten wieder stark ansteigt, sicherzustellen, sollen diese zusätzlichen Kräfte noch bis Ende September im Einsatz bleiben.

Ebenso wurde beschlossen, die sogenannten Contact Tracing Teams (CTT) weiter auszubauen. Diese sind dafür zuständig, im Falle einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus, die engen Kontaktpersonen der Infizierten zu ermitteln und zu isolieren. Ende Mai waren bereits 2.500 Beschäftigte aus der Staatsverwaltung in die CTTs eingebunden.

Der Plan des Bayerischen Gesundheitsministeriums ist es, in jedem Landkreis pro 20.000 Einwohner ein fünfköpfiges CTT zu besetzen. In Bayern sind dafür 3.250 Mitarbeiter notwendig. Mehr als 700 Stellen müssen also aktuell noch besetzt werden, am Ende sollen 650 Teams gebildet werden. In Unterfranken sollen laut Bezirksregierung 65 Teams die Gesundheitsämter unterstützen.

Die Mitarbeitenden werden von der Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit online für die Tätigkeit im CTT geschult. Anschließend werden sie vom jeweiligen Gesundheitsamt über die örtlichen Vorgehensweisen und Besonderheiten informiert. Die tatsächliche Arbeit erledigen die CTTs mobil, entweder im Home-Office oder von ihrem bisherigen Arbeitsplatz aus.

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