Fasta, naht, vaschanc, carne levare. Sagt ihnen nichts? Macht nichts. Wir geben einen Überblick über Faschingsbräuche, die Herkunft der Begriffe und Kostüme.

Fasching: Woher kommt der Brauch?

Schon vor rund 5000 Jahren feierten Menschen in Mesopotamien Feste, die indirekt als Vorläufer heutiger Faschingsfeste gelten. Diese Feiern standen meist in Zusammenhang mit dem Frühlingserwachen. Solche Saturnalienfeste haben allerdings ebenso wenig eine direkte Verbindung zu Fasching, wie die vorchristlichen Riten keltischer Religionen.

Dort verkleideten sich die Menschen als Geister oder andere unheimliche Gestalten, um die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Wahrscheinlicher ist ein christlicher Ursprung. Demnach gipfelten Feste in der Zeit vor Aschermittwoch, der die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern einläutet. Vor der Fastenzeit sollten besonders ausschweifende Feste über die anstehende Zeit des Verzichts hinweg helfen.

Fasching, Fastnacht und Karneval: Woher kommen die Begriffe?

Der Begriff Fasching dominiert vor allem in Bayern und Österreich. Erster Vorläufer des Begriffs war "vaschanc", was so viel wie "Fastenschank" bedeutete. Damit war der letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der mit dem Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit gemeint.

 

Die Fastnacht, die vor allem in Hessen und Baden-Württemberg dominiert, geht auf die Begriffe "fasta" und "naht" zurück. Damit ist die Fastenzeit sowie die Nacht gemeint und bezeichnete ursprünglich den Vorabend zu Aschermittwoch, an dem noch ein letztes Mal gefeiert und getrunken werden durfte. Karneval ist der flächendeckend wohl bekannteste Begriff für das Faschingsfest und vor allem durch den Kölner Karneval berühmt.

Die Herkunft des Wortes ist strittig. Eine These legt nahe, dass der lateinische Ausdruck "carrus navalis", der Schiffskarren, grundlegend für den Karneval ist und so auch die Entstehung der Umzüge erklärt. Der wahrscheinlichste Ursprung geht jedoch auf den ebenfalls lateinischen Ausdruck "carne levare" zurück, was sich mit "Fleisch wegnehmen" deuten lässt. Dabei wird ebenfalls der Bezug zur anstehenden Fastenzeit deutlich.

Wann beginnt und wann endet die Faschingszeit?

Der 11. November gilt als offizieller Beginn des Faschings. Dabei spielt weniger die "Schnapszahl" des Datums eine Rolle. Vielmehr ist der 11. November, der Martinstag, Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit.

An diesem Datum sollten im Rahmen eines Festes alle Lebensmittel verspeist werden, die nicht in die Fastenzeit passten. So lässt sich auch erklären, weshalb beispielsweise der fränkische Krapfen ein so populäres Faschingsgebäck ist. Nachdem die Faschingszeit am Rosenmontag ihren Höhepunkt erreicht, läutet der Aschermittwoch zugleich das Ende der Faschingszeit und den Beginn der Fastenzeit ein. In dieser Nacht verbrennen Jecken vielerorts den "Nubbel", eine Strohpuppe, die die Laster der Faschingszeit symbolisieren soll.

Fasching: Was hat es mit den Kostümen auf sich?

Grund für die Verkleidung an Fasching ist das Gleichheitsprinzip, das bereits in den frühen Vorläufern zur altbabylonischen Zeit Anwendung fand. An diesen Festen sollten Machtstrukturen aufgehoben werden und der Sklave dem Herrscher gleichgestellt sein. Im Mittelalter wurde aus diesem Grund auch häufig ein Kinderbischof gekürt, der in priesterliche Gewänder schlüpfte und den Erwachsenen die Leviten lesen durfte.

Doch trotz Fasching gelten für Verkehrsteilnehmer keine Sonderrechte. Die Polizei weist jedes Jahr daraufhin, dass die Polizei bei Alkohol am Steuer kein Auge zudrückt.

Alaaf und Alkohol am Steuer: Strafe, Kosten, Promillegrenzen