Was in Japan als Hanami – das traditionelle Kirschblütenfest – seit Jahrhunderten gefeiert wird, hat auch in Franken eine lange Tradition: Die Kirschblüte ist hier weit mehr als ein botanisches Ereignis - sie ist ein kulturelles Erlebnis, das Einheimische und Besucher gleichermaßen in seinen Bann zieht.

Besonders die Fränkische Schweiz, das Itztal und die Region rund um Bamberg gelten als wahre Hotspots der fränkischen Kirschblüte. Nur wenige Wochen im Jahr – meist zwischen Ende März und Mitte April – öffnen sich die Blüten und verwandeln die Landschaft in ein vergängliches Kunstwerk der Natur. Diese Kürze macht das Erlebnis umso kostbarer: Wer die Kirschblüte in Franken erleben möchte, muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Kirschblüte in Franken: Blütenzauber abseits von Pretzfeld

Doch wie lässt sich dieses Naturschauspiel am besten erkunden? Am bekanntesten ist wohl der Pretzfelder Kirschenweg in der Fränkischen Schweiz. Durch dessen Bekanntheit kann es zur Hauptzeit der Kirschblüte - vor allem an den Wochenenden und bei schönem Wetter - voll werden. 

Deshalb stellen wir in diesem Artikel weiter Wege vor, auf denen man die Kirschblüte in Franken in vollen Zügen erleben kann. Ob zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto – Franken bietet eine Vielzahl von Routen, die durch alte Baumreihen führen und atemberaubende Ausblicken über blühende Täler bieten.

Kirschblüte in Wiesenthau am Walberla

Das Walberla gilt - neben dem Staffelberg - als „Berg der Franken" und zieht zur Kirschblüte tausende Besucher in die Region. Wenn man nicht mit dem Auto anreisen möchte, für den ist auch die S-Bahn eine gute Alternative. Mit dieser kann Wiesenthau gut erreicht werden. Die Kirschblüte rund ums Walberla und in Wiesenthau findet ähnlich wie in Pretzfeld typischerweise Ende März bis Mitte April statt. Rund ums Walberla gibt es mehrere Routen, unter anderem einen Panoramaweg, auf dem man die blühenden Bäume wunderbar betrachten kann.

Der Weg starte am Rathaus-Parkplatz Wiesenthau führt bergauf über Wiesen und Streuobstwiesen – zur Kirschblütezeit ein einzigartiges Blütenmeer in weiß und rosa. Weiter geht es auf dem Panoramaweg über Schlaifhausen und Kirchehrenbach rund um das Walberla – vorbei an blühenden Kirschbäumen mit herrlichen Ausblicken ins Fränkische Land.  Am östlichen Ende von Schlaifhausen biegt man dann ab auf den Weg hoch zum Rodenstein (532m) und erreicht nach einer Wanderung entlang der Route dann das Walberla.

  • Streckenlänge: etwa 8,8 km (kann je nach gewählter Variante verkürzt werden)
  • Dauer: etwa 2,5 bis 3 Stunden
  • Höhenmeter: etwa 220m
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel

Alternativ kann man auch den Walberla-Weg von Leutenbach aus laufen. Die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz hat die genaue Routenbeschreibung samt Karte auf ihrer Website. Der Aufstieg hoch zur Walpurgis-Kapelle oben auf dem Walberla ist dabei optional, garantiert aber einen spektakulären Panoramablick. Hier die wichtigsten Daten zur Route:

  • Streckenlänge: 9,1 km
  • Dauer: etwa 3 Stunden
  • Höhenmeter: 394 hm
  • Schwierigkeit: mittel

Kirschblütenweg in Kalchreuth 

Wer es etwas ruhiger und kürzer mag, ist in Kalchreuth genau richtig. Das beschauliche Dorf, das zwischen Erlangen, Fürth und Nürnberg liegt, trägt den Beinamen „Kirschendorf" zu Recht: Hunderte von alten Kirschbäumen prägen hier die Landschaft und verwandeln die traditionellen Streuobstwiesen zur Blütezeit in ein weißes Meer aus Kirschblüten. Der sogenannte Naturerlebnispfad durch die Kalchreuther Kirschgärten ist auf rund 3 Kilometern Länge als Rundweg angelegt und eignet sich damit hervorragend für einen entspannten Halbtagesausflug mit der ganzen Familie.

Startpunkt und Parkplatz liegen am Wanderparkplatz am Ortsausgang von Kalchreuth, direkt am Sklavensee. Die Zufahrt ist ausgeschildert, die Nutzung kostenlos – ein weiterer Pluspunkt für die familienfreundliche Tour. Da die Parkkapazitäten begrenzt sind, empfiehlt sich auch hier ein früher Start, insbesondere an sonnigen Wochenenden zur Hauptblütezeit zwischen Mitte April und Anfang Mai. Zusätzliche Parkmöglichkeiten finden sich weiter oben im Ort, in der Nähe des Spielplatzes.

Der Rundkurs selbst ist denkbar einfach zu begehen: Vom Parkplatz aus folgt man der Kirsch-Beschilderung. Entlang des Weges sorgen Infotafeln, Mitmachstationen und Aussichtspunkte für kurzweilige Abwechslung.

Der gut befestigte Kiesweg führt durch die malerischen Kirschgärten, vorbei am Sklavensee und über aussichtsreiche Höhenrücken mit Blicken in die umliegende Landschaft. Der Weg ist dabei durchgehend flach bis leicht hügelig, ohne nennenswerte Steigungen. Damit ist er auch für Kleinkinder im Buggy, ältere Personen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut begehbar. 

  • Streckenlänge: etwa 3 km
  • Dauer: etwa 40-60 Minuten
  • Schwierigkeit: leicht

"Durch die Kirschgärten"-Tour in Hipoltstein

Ebenfalls in der Fränkischen Schweiz, eingebettet in die sanft geschwungene Hügellandschaft des Landkreises Forchheim, liegt das kleine Städtchen Hiltpoltstein – und mit ihm eine der schönsten Rundwanderungen der Region zur Kirschblütezeit: die Tour „Durch die Kirschgärten", ausgewiesen als Rotkreis-Wanderweg und gleichzeitig Naturlehrpfad des Fränkischen-Schweiz-Vereins (FSV) Hiltpoltstein. Der Startpunkt der Tour befindet sich an der B2, nach dem Ortsausgang Hiltpoltstein in Richtung Almos bzw. Möchs.

Der Weg steigt zunächst an und führt in Richtung Silberecke, dem höchsten Dolomitfelsen im Landkreis Forchheim. Wer diesen eindrucksvollen Felsen aus nächster Nähe sehen möchte, kann dem ausgeschilderten Abstecher auf dem Gelbkreis-Wanderweg folgen.

Im Anschluss führt die Route an den Obstgärten des Obstbauinformationszentrums der Fränkischen Schweiz vorbei. Besonders zur Kirschblüte im Frühjahr ist dies ein Highlight, wenn die Bäume in zartem Weiß erstrahlen und beeindruckende Eindrücke vermitteln. Weiter auf der Tour begegnet man der Beschilderung des Naturlehrpfads in Richtung Kappel, überquert die B2 und umrundet auf einer Strecke von etwa 7 Kilometern das gesamte Dorf Hiltpoltstein. Auch bei dieser Route findet man die Strecke als Grafik auf der Website der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz.

  • Streckenlänge: 7 km
  • Dauer: etwa 1 Stunde 40 Minuten
  • Höhenmeter: 165 hm
  • Schwierig: einfach