Kurzzeitpflege, Tagespflege, Verhinderungspflege, Betreuungsleistung - Schlagwörter, mit denen viele Angehörige von Pflegenden konfrontiert, aber oft überfordert sind. "Ich stellte fest, dass viele Leute mehr als die Hälfte des Geldes der Kasse schenken, da sie nicht wissen, was ihnen zusteht und wofür sie es verwenden können und dass man vieles kombinieren kann", sagt Irmgard Ginzel.

"Finden Sie den Weg aus dem Pflege-Dschungel!" lautet deshalb ihr Motto für ihre Pflegeberatung "Die Brücke". Es ist das erste Beratungsbüro im Landkreis Forchheim und bietet den Angehörigen umfassende Hilfeleistung als Verbindungsstelle für Angehörige zu Pflege, Ärzten und Krankenkassen.

30 Jahre Berufserfahrung

Profitieren kann Ginzel aus über 30 Jahren Erfahrung in der Pflege. Die Unterrüsselbacherin, die nun im Ruhestand ist, war Leiterin der Diakoniestation in Gräfenberg sowie der Tagespflege in Mostviel und ist Sprecherin der ambulanten Dienste im Kreisjugendring des Landkreises Forchheim. Was Pflege bedeutet, wie gepflegt wird, welche Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden können, darüber hat Ginzel einen guten Einblick und die nötigen Formulare zu Hause. Sie hat für ihr Beratungsbüro die Zulassung aller Kassen.

Dass eine Pflegeberatung vorgeschrieben ist, wenn bereits ein Pflegegrad vorhanden ist, dürfte den meisten bekannt sein - ohne verliert man das Pflegegeld. "Bei den Pflegegraden 1 bis 3 muss jedes halbe Jahr ein Beratungsgespräch geführt werden, bei den Pflegegraden 4 und 5 alle Vierteljahr", sagt die Fachfrau. In der Regel übernehmen das die Pflegedienste, die jedoch oft wenig Zeit dafür hätten, weiß Irmgard Ginzel.

Zeit für Beratung

"Wenn die Angehörigen richtig aufgeklärt werden wollen, braucht das Zeit", sagt Ginzel. Beispiele aus der Praxis hat sie genug. So hat sich der Zustand eines Pflegefalls verschlechtert, so dass der Angehörige nicht mehr berufstätig bleiben kann. Gegrübelt wird oft, ob Mutter, Vater oder Onkel dann ins Pflegeheim müssen, oder der pflegende Angehörige kündigt seinen Job.

"Angehörige wissen oft nicht, dass sie im Akutfall zehn Tage zu Hause bleiben können und sich ein halbes Jahr für die Pflege beurlauben lassen können. Der Arbeitgeber muss die Stelle aufheben", sagt Irmgard Ginzel. Über all das berät sie nicht nur am Telefon, sondern sie fährt auch zu den Ratsuchenden und hat notwendige Formulare gleich dabei.

Reicht der Pflegedienst?

Manchmal steht eine Entscheidung an: Reicht für den Angehörigen noch die Unterstützung des Pflegedienstes oder ist es besser, wenn er in ein Heim kommt? "Ich bin auch behilflich, bei der Kurzzeitpflege zu vermitteln", erklärt Ginzel, die noch viele Kontakte zu Pflegeeinrichtungen hat. Wird ihr eine Vollmacht erteilt, darf sie auch mit den Ärzten sprechen.

Oft seien Angehörige durch die Pflege körperlich und seelisch ausgelaugt, doch den zu Pflegenden für einen Tag in eine Tagespflege zu geben, das möchten sie auch nicht. "Manchmal sind es die pflegenden Angehörigen, die nicht loslassen können. Dabei hätten sie dann einen freien Tag", erklärt Irmgard Ginzel. Sie weiß aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass es auch dem Patienten guttut und die Sorge der Angehörigen unbegründet ist. "Es ist hilfreich, aus dem Rad rauszukommen", sagt die Beraterin. Manchmal reiche auch ein einfacher Handgriff, um den Pflegenden das Leben zu erleichtern; etwa dann, wenn sie ihnen zeigt, wie man den zu pflegenden Angehörigen richtig aus dem Bett hebt,wie man die Patienten richtig lagert oder wie man sie dazu bringt, mehr zu trinken.

Manche möchten wissen, warum der Kostenvoranschlag des Pflegedienstes geringer ausfiel als die Rechnung oder ob und wann der Pflegegrad beantragt werden kann. "Pflege und ambulante Pflege werden immer wichtiger, damit die Menschen zu Hause bleiben können. Durch die richtige Planung der Pflegedienste wird die Pflege auf mehrere Schultern verteilt", sagt Irmgard Ginzel. Sie werde auch oft um Rat gebeten, was zu beachten ist, wenn der medizinische Dienst ansteht. Oft vergessen die Angehörigen Wichtiges. Dieses Angebot wird allerdings von der Kasse nicht übernommen. Was ausgenommen ist, kann mit Irmgard Ginzel geklärt werden.

Und da einem bei dem Wort Pflege immer Senioren in den Sinn kommen, betont die Sprecherin der ambulanten Dienste, dass es auch junge Menschen gibt, die Pflege benötigen. Auch sie können mit Irmgard Ginzel einen Weg durch den Pflege-Dschungel finden.

Kontakt

Zu erreichen ist Irmgard Ginzel telefonisch unter 09192/9943820 und 0175/6943329 oder per E-Mail an ginzel@gmx.net.