Für den Hauptverein des FSV war es die Gelegenheit, auf dem Kletterzeltplatz bei Untertrubach, wo das Festzelt aufgestellt war, tags zuvor in diesem Zusammenhang seinen achten Volksmusiktag hier abzuhalten. Das Thema lautete "So singd und schbilld ma in da Fränkischn".

Es war gleichzeitig eine Würdigung des Ortsvereins mit einem zusätzlichen Glanzpunkt zum Jubiläum. Rechtzeitig nach einem heftigen Gewitterregen mit Hagel machte das Wetter wieder eine gut Miene. Reinhard Glauber als FSV-Hauptvorsitzender begrüßte Walter Tausendpfund, den Vorsitzenden des Kulturausschusses, und Eberhard Hofmann, viele Jahre zuständig für den Arbeitskreis des FSV. Beide moderierten gemeinsam den abwechslungsreichen Musikabend, in Mundart.

Namhafte Persönlichkeiten gaben sich ein Stelldichein. Pfarrer Werner Wolf, Landrat Hermann Ulm und Bürgermeister Markus Grüner (beide CSU) gehörten dazu. Mit Beifall begrüßten die Gäste auch den Ehrenschildträger Paul Pöhlmann. Von lokaler Seite, dem FSV Wolfsberg, freute sich der Ehrenvorsitzende Ludwig Lautenbacher und sein Nachfolger Wilfried Kirsch über den guten Besuch.

Landrat Hermann Ulm gratulierte ebenso wie Bürgermeister Markus Grüner und würdigte das kulturelle Schaffen der Mitglieder des FSV Wolfsburg. Tausendpfund pries in diversen Beiträgen die Fränkische Schweiz, "das kleine hiesige Paradies", mit Land und Leuten.


Musik und Tracht

Eberhard Hofmann befasste sich mehr mit den auftretenden Musikgruppen. Es wirkten mit die "Saistaabloser" aus Obertrubach in der ursprünglichen Tracht der Region mit klassischen Beiträgen wie der "Truwier Walzer", die "Gseeser Bäsla" in ihrer bunten Tracht intonierten Lieder wie "Himmlischer Dreher" und stellten selbstbewusst fest: "Mir sinn gar net stur."

"Der schennste Dialekt" war eine Kostprobe der Wiesenttaler Musikanten. Damit zeigten sie aber auch, dass Fränkisch auch heftig-deftig sein kann und für "Ausländer" schon eine Übersetzung benötigt. Auf bekannte Volksweisen wie "Wenn alle Brünnlein fließen" besann sich der Kirchenchor St. Felicitas aus Untertrubach.

Es war ein ungewöhnlich lebhafter Musikabend, den die beiden Moderatoren ausfüllten mit kurzatmigen Mundartbeiträgen, so dass sie unterhaltsam und locker die Übergänge schafften. Sie zeigten eine fränkische Leichtigkeit mit viel Humor. Hofmann beklagte an einer Stelle die heute angebotene erdrückende Vielfalt im Alltag. Hier habe man vier übriggebliebene Spezies, die Musik- und Singgruppen, und das passte an diesem Abend perfekt zusammen.

Treffend war auch ein Beitrag in Mundart über die fränkische Entschlussfreudigkeit "gemma oder gemma net" oder die Erkenntnis zur Qualität beim Essen "nix gsacht is a globt". Liebe und Kerwa, Heimatgedanke, Land und Leute sowie die Sprache waren die Schwerpunkte von Lied, Musik und Text am Volksmusikabend.

Tausendpfund war es wichtig, den Raum des Hauptvereins in wenigen Gruppen vertreten zu wissen, vom Trubachtal über die Wiesent bis zu den Geseesern in der Nähe von Bayreuth. In Wolfsberg fand sich die Symbiose eines interessierten und engagierten Publikums, das schnell den Draht zu den Hauptakteuren fand. Im geplanten Rhythmus des Hauptvereins soll es nächstes Jahr einen Heimattag und in zwei Jahren wieder einen Volksmusiktag geben.