Seit 1. März hat das Ferienzentrum Gößweinstein-Behringersmühle eine neue touristische Internetseite mit Whatsapp-Service. Besucher der Internetseite können einen Newsletter bestellen, direkt mit dem Tourismusbüro in Kontakt treten und Bilder hochladen. Damit ist Gößweinstein der erste Tourismusort in der Fränkischen Schweiz, der diesen Service für Urlaubsgäste anbietet. Dies gab die Gößweinsteiner Tourismuschefin Christin Kellner während der Sitzung des Tourismus- und Kulturausschusses bekannt.

Neu sind auch Tickets für die Nachtwächterrundgänge und Basilikaführungen und die Digitalisierung und Nummerierung der Ruhebänke an den Wanderwegen, die zum Teil erneuert oder mit neuen Kunststoffbohlen versehen werden. Wie Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) erklärte, werde man die Anzahl der Ruhebänke aber reduzieren.


Rund um die Wallfahrt

Mit verschiedenen Wallfahrtsspezialitäten, vom Wallfahrerbier bis zur Balthasar-Neumann-Praline, hat sich Gößweinstein auch als einer von 100 Genussorten in Bayern beworben. Weiter kündigte Kellner an, dass der sogenannte Wally-Maus-Weg fertiggestellt ist und am 3. Mai um 13.30 Uhr am Wallfahrtsmuseum mit den Kindern aller drei Gößweinsteiner Kindergärten feierlich eröffnet wird.


Luftaufnahmen mit Drohne

Außerdem werden demnächst Luftaufnahmen mittels Drohnen von Gößweinstein gemacht. Relativ erfolgreich war in diesem Jahr die Coupon-Werbung in Zeitschriften. Bis jetzt wurden dadurch schon 2200 Prospekte verschickt. Letztes Jahr waren es insgesamt nur 1700.


Streit um Prospekt

Eine längere Diskussion gab es zur Ausschreibungsgenehmigung des Imageprospekts mit Gastgeberverzeichnis für nächstes Jahr. Der Beschlussvorschlag dazu sah vor, dass drei Angebote eingeholt werden und die Verwaltung dann ohne weitere Rücksprache mit den Ausschussmitgliedern den Prospekt in Auftrag gibt. Bis auf den Bürgermeister war jedoch einhellige Meinung im Gremium, dass die Angebote zur Entscheidung dem Ausschuss vorgelegt werden sollen. Zimmermann argumentierte, dass man schließlich eine Tourismusleiterin habe, die dies studiert hat.

Laut Georg Lang (CSU) sei es bis jetzt aber immer gängige Praxis gewesen, dass die Ausschussmitglieder über die Inhalte des Prospekts entscheiden. Dann habe man fünf verschiedene Meinungen und Geschmacksrichtungen, kritisierte Daniela Drummer (FWG), die dafür plädierte, der Tourismusexpertin zu vertrauen.

Jürgen Kränzlein (SPD) stellte daraufhin die Frage, welche Bedeutung der Ausschuss dann überhaupt noch habe. Bei nur zwei Sitzungen im Jahr hielt er diese ohnehin für gering. Außerdem sei früher im Fremdenverkehr in Gößweinstein mehr los gewesen, behauptete Kränzlein.
Laut Bürgermeister sei es Wunsch der Vermieter, besonders die 30- bis 40-Jährigen und Familien mit Kindern nach Gößweinstein zu locken. "Wir wollen keinen Aktivtourismus, der laut ist und Festivals veranstaltet", sagte Zimmermann. Wie Kränzlein meinte, werde damit offenbar eine Trendwende eingeleitet. Denn in der Vergangenheit habe man mehr auf reifere Gäste, die so genannten "Silver Ager", gesetzt.

Schwerpunkte des neuen Prospekts sollen Natur, Kultur und Freizeit sein. Laut Lang dürfe man aber Radfahren und Klettern auch nicht vernachlässigen. Er beantragte, dass der Ausschuss darüber entscheidet und auch die Auftragsvergabe von den Ausschussmitgliedern erfolgt. Dem wurde zugestimmt.

Rainer Polster (FWG) forderte, dass der neue Prospekt zeitnah fertig gestellt wird. Denn bereits jetzt forderten Paketveranstalter die Prospekte für nächstes Jahr an. Laut Christin Kellner könne der Prospekt für 2019 aber erst im Herbst gedruckt werden, weil man das Gastgeberverzeichnis der Fränkischen Schweiz erst im Oktober bekomme. "Das ist einfach zu spät, denn dann kann man mit dem Gruppentourismus nicht mehr werben", kritisierte Polster.

Am Schluss präsentierte Zimmermann eine 150-seitige Präsentation über die touristische Ausrichtung der Fränkischen Schweiz durch die Tourismuszentrale.