Das letzte Woche in einem Garten in Heiligenstadt gefundene Gestein ist kein Meteorit. "Da handelt es sich um irdischen Basalt. Aber er sah ähnlich aus und war es wert, untersucht zu werden", meint Dieter Heinlein vom Feuerkugelnetz im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Am Mittwochvormittag machte sich die vierte Klasse der Grundschule Heiligenstadt mit Lehrerin Svenja Zeis und dem ehemaligen Physiklehrer Harro Preiss auf den Weg, im berechneten Fallgebiet des Meteors vom 30. Juni nach dem Gestein zu suchen. "Das ist eine schöne Aktion am Ende des Schuljahres, die sich ganz unverhofft ergeben hat. Ein schöner Abschluss, denn danach gehen die Schüler in andere Schulen", sagt Svenja Zeis. Sie ist angetan von der Begeisterung der Kinder, die am Thema sehr interessiert sind und immer wieder Fragen stellen.


Im Kerngebiet bleiben

"Ich habe die Klasse begleitet und war zuständig für Fragen und ein paar Hinweise zu Besonderheiten unterwegs. Und ich habe sichergestellt, dass wir uns nicht verlaufen und auch im Kerngebiet des Meteoriten bleiben", erklärt Harro Preiss. Los ging es um 8 Uhr früh an der Schule. Die kleinen Sternensucher machten sich auf in Richtung Oertelscheune, liefen am Schätzwald vorbei und auf dem ehemaligen Bahndamm nach Traindorf. Vom Hotel "Landtraum" aus bog die Gruppe in die berechnete Falllinie des Meteoriten ein.

Durch den Wald liefen die Schüler und die beiden Lehrer zum Pavillon, dann Richtung Friedhof und am Fuß des Kulich entlang zurück zum See und dann zur Schule. Harro Preiss berichtete beim Laufen über technische Daten, erklärte den Kindern aber auch die Geschichte von Heiligenstadt. "Zum Beispiel am Judenfriedhof über das jüdische Leben in Heiligenstadt. Eigentlich war es eine Exkursion mit Meteorit", berichtet Preiss lachend.


Der "gefallene" Stern

Denn er hatte sogar einen echten Meteoriten von der Größe dabei, die der kürzlich gefallene ebenfalls haben müsste: einen Meteorit auf Silikatbasis, den sein Vater gefunden hatte. Allerdings hatten die jungen Sternensucher kein Glück: Der "gefallene Stern" wurde bei der Exkursion nicht gefunden.

Dennoch freuten sich die Kinder über die tollen Neuigkeiten, die sie über Meteoriten hörten. "Das hat mir richtig gut gefallen und es war sehr spannend", meint Schülerin Madeleine Dorsch. Ihr gefiel, dass sich immer zwei Schüler nebeneinander auf die Suche machten. "Wir haben sogar zwei Löcher gefunden, die abgebrannt waren. Aber da lagen nur weiße Steine drin", erzählt Madeleine.

Leon Stark berichtet, dass er früher schon mal etwas über Meteoriten gelesen hatte. Deshalb wusste er auch, dass es sich um einen Festkörper aus dem All handelt, der die Erdatmosphäre durchbrochen hat und auf der Erde gelandet ist. Allerdings hat Leon keine Angst vor Meteoriten, denn bei der Exkursion hat er erfahren, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren keinen weiteren Einschlag in der Region geben wird.

Lilly-Marie Pfändner fand spannend, dass die Erdatmosphäre 14 Kilometer in die Höhe geht; das entspricht etwa der Entfernung von Heiligenstadt nach Ebermannstadt. "Ich dachte eigentlich, die geht höher", meint sie. Sie weiß nun, dass die Atmosphäre aus Teilchen besteht und sich der Gesteinsbrocken deshalb von einem ursprünglichen Gewicht von etwa 16 Kilogramm auf zirka 50 Gramm reduziert hat.

Obwohl die Gruppe den ganzen Vormittag unterwegs war, waren alle am Ende nicht müde. "Ich fand die Exkursion cool", meint Alexander Traunecker. Da das Thema Sterne erst in der fünften Klasse behandelt wird, war es neu für ihn. Die Kinder freuten sich über die Bewegung in der Natur, die Informationen und Geschichten, auch wenn sie den Meteoriten nicht gefunden haben. So hatte eine Gruppe vom Kinderheim "Seigelstein" mit ihrem Leiter Peter Kiesskalt noch eine Chance, die sich am Nachmittag auf die Suche machte.