Das Walberla ist ein Berg mit alter Geschichte, um den sich die an der Bittprozession beteiligten Pfarreien schmiegen. Sternförmig pilgerten die Pfarreien von Kirchehrenbach und Weilersbach, seit Jahren geführt von Seelsorgebereichsrat Josef Gebhard, zur Kapelle. Den Leutenbachern mit Lydia Heilmann, schlossen sich die Weingartser an. Schließlich zogen von Schlaifhausener Seite noch die Pfarrangehörigen von Wiesenthau und Pinzberg mit PGR-Vorsitzendem Sebastian Seeber zur Kapelle.

Sie alle machten unterwegs viermal Halt, um für alle Berufe wie Landwirte, Förster und Handwerker, für Lehrer und Seelsorger oder auch Politiker, Ärzte und Polizei zu beten. Bei einer angenehmen Brise und herrlichem Wetter erwarteten die Pfarrer Michael Gehret aus Pinzberg und Alfred Beiße aus , Leutenbach dieWallfahrer, um vor der Walburgis-Kapelle den gemeinsamen Gottesdienst zu zelebrieren.

Berührend die einfache Glocke des Kirchleins, das Wandlung und Kommunion mit klarem Klang in der stillen Natur verkündete. Sie wird in nächster Zeit voraussichtlich für einige Monate schweigen, die Kapelle muss dringend saniert werden.

Pfarrer Beißer ging in seiner Predigt auf die Lesung mit Weinstock und Reben ein: Im Frankenland wären das die blühenden Obstbäume. Sie alle könnten nur gedeihen, wenn sie fest mit dem Stamm verbunden sind. Und dann kam Beißer auch nicht mehr an der Sorge der Christen des Pfarreienverbundes vorbei.

"Vielleicht ist die Feier auf dem Berg so in einigen Jahren so nicht mehr möglich", sagt er. "Ich hoffe, dass die Bischöfe den Mut zu Entscheidungen aufbringen und nicht nur auf Rom warten." Jeder wusste, dass damit Themen wie die Erlaubnis der gemeinsamen Kommunion konfessionsverschiedener Ehepartner und Fragen der Ökumene gemeint sind.

Bei aller Freude über diese gelungene Veranstaltung wird Josef Gebhard, der die Kirchehrenbacher und Weilersbacher Pfarrangehörigen auf den Berg führte, nachdenklich. "Alle unsere Mitglieder beschäftigt der Gedanke, wie es weitergeht. Der nächste Schnitt kommt bestimmt und der ist noch schmerzhafter", sagt er.

Er verweist damit auf die rückläufige Zahl der Priester, die auch in der Region bereits den Schatten schmerzhafter Reformen wirft. Pfarrer Michael Gehret betonte zum Abschluss den geistigen und geografischen Mittelpunkt des Walberlas und seiner markanten Walburgis-Kapelle für sechs politische Gemeinden.
Die Blasmusik von Wiesenthau-Schlaifhausen begleitete den Gottesdienst musikalisch. Viele hatten so Getränke und Brotzeit in Rucksäcken und Taschen dabei. Für einen gemütlichen Ausklang in der Natur war so bestens gesorgt.