Alles ist angekommen, nicht nur die Sportler, auch das sperrige Gepäck. Lukas Kohl schnaufte am Flughafen von Hongkong durch. Die größte Sorge, dass irgendwo auf dem Weg etwas verloren gehen könnte, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Ein Kunstrad-Weltmeister ohne sein Fahrrad - das wäre undenkbar gewesen. An diesem Sonntag findet dort der 3. Weltcup statt, Lukas Kohl gilt im 1er der Männer erneut als der große Favorit. Die Asiaten werden sportlich zwar nur eine Nebenrolle spielen, haben sich aber schnell als sympathische Gastgeber erwiesen - und als perfekte Organisationstalente: Bereits am Flughafen wurde der Reisetross von den Sportlern aus Hongkong in Empfang genommen. Ein Lkw stand bereit, um die Fahrräder auf direktem Weg in die Veranstaltungshalle zu bringen. "Sonst hätten wir ja jedes Mal die Fahrräder durch die komplette Stadt transportieren müssen. Das macht in Hongkong nicht so viel Spaß", sagt Lukas Kohl.


Tropisches Klima

Rund eine Woche hatten Kohl und seine Mitstreiter Zeit, sich an Land und Klima zu gewöhnen. Ersteres gelang aufgrund der Freundlichkeit der Menschen sehr schnell. Sich an das Wetter zu gewöhnen, fällt dagegen schwer. "Es ist von den Temperaturen zwar nicht viel heißer als derzeit in Deutschland", sagt Lukas Kohl: "Das Problem ist aber die Luftfeuchtigkeit. Wenn es mal regnet, ist es nicht kühlend. Im Gegenteil, es steigt vielmehr die Luftfeuchtigkeit noch weiter an." Was zur Folge hat, dass nahezu alle Gebäude in Hongkong den ganzen Tag und die ganze Nacht klimatisiert sind. "Man muss aufpassen, sich nicht zu erkälten", sagt Kohl.

Neben den Trainingseinheiten in Hongkong und den unzähligen und für einen Kunstrad-Profi notwendigen Handständen hat Kohl auch die Sport-Kollegen aus Macao besucht. Die Sonderverwaltungszone liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Perlfluss-Deltas und ist per Schnellboot zu erreichen. "Man glaubt es nicht, aber Macao ist noch gesitteter und geordneter. Dort tanzt überhaupt niemand aus der Reihe." Die jungen Nachwuchssportler waren begeistert, eine Trainingseinheit mit dem Weltmeister zu absolvieren, der am Sonntag abermals als der große Favorit in den Wettkampf startet. tsc