Dass Onur Thompson Trainer des FC Schlaifhausen wird, ist bekannt. Der 37-Jährige machte sich auch schon ein Bild von seiner künftigen Truppe und hofft auf einen Sieg des FC zum Walberla-Fest im Kellerduell mit dem SV Hetzles. Dort stand Thompson bis vor wenigen Wochen in der Verantwortung. Gewissenskonflikte muss der Coach allerdings nicht haben, denn das Schlusslicht der Kreisklasse 2 ER/PEG geht in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit dem SV Kleinsendelbach ein, der den "Hunnen" somit den Ligaverbleib sichert.

Die künftige SG hat ebenfalls einen Übungsleiter verpflichtet, will die Personalie aus Rücksicht auf dessen aktuellen Verein aber noch nicht veröffentlichen. Christoph Kehm, der in der Schlussphase der Saison in Hetzles für Thompson übernimmt und bereits von 2013 bis 2016 dort Trainer war, wird es jedenfalls nicht. Der 31-Jährige verlässt den Verein im Sommer.


Kreisklasse 2 ER/PEG: FC Schlaifhausen (12.) - SV Hetzles (16.)

Eine lösbare Aufgabe für Schlaifhausen am Sonntag um 15 Uhr - sollte man angesichts des durch den Zusammenschluss der Gäste mit Kleinsendelbach gesicherten Klassenerhalts meinen. Doch SV-Interimstrainer Kehm will in den ausstehenden Begegnungen, den letzten als eigenständige Mannschaft, keine Statistenrolle für den jeweiligen Gegner einnehmen. Zudem hoffen die Rivalen im Abstiegskampf, die allesamt nicht mehr gegen den SV antreten, auf Fair-Play und darauf, dass sich die Gäste nicht hängen lassen.

Kehm weist etwaige Vorwürfe entschieden zurück: "Keiner meiner Spieler wird etwas herschenken. Der Einsatz und die Bereitschaft im Training zeigen deutlich, dass jeder den Abstieg auf sportlichem Weg vermeiden will." Auch kürzlich verlorene Spiele seien knapper gewesen, als es das jeweilige Ergebnis aussage, erklärt der Poxdorfer: "Wenn wir wie in der ersten Halbzeit gegen Weilersbach auftreten und diese Leistung über 90 Minuten bringen, können wir Punkte mitnehmen. Da haben nur ein paar Körner gefehlt."

Mit Sven Allmann und Valentin Rubner fehlen zwei Stammkräfte, dafür ist Mittelfeldmotor Kehm nach auskuriertem Pferdekuss wieder fit. Nun gelte es, nach zehn sieglosen Spielen wieder voll zu punkten. "Ich habe meinen Spielern klar und deutlich gesagt: Ein Remis bringt uns nichts. Wir wollen hier einen Dreier mitnehmen und so nochmals Schwung für die Zielgerade holen. Schlaifhausen ist derzeit angeknackst und schlagbar. Vielleicht ist es sogar gut, dass wir zum Walberla-Fest spielen. Der FC hat junge Spieler, die sicher auch oben sind", erzählt der 31-Jährige mit einem Augenzwinkern.


Guckt Thompson wieder zu?

Brisanz erhält das Duell durch den Wechsel von Thompson, der in Hetzles vor zweieinhalb Wochen das Handtuch warf und beim FC Wolfgang "Molli" Auer beerben wird. Gut möglich, dass Thompson die Partie verfolgt. Schon beim Schlaifhausener Heimspiel gegen den ATSV Forchheim war er Zaungast und verschaffte sich einen ersten Eindruck. Allerdings lernte er da nicht die Schokoladenseite seiner künftigen Mannschaft kennen, die kopflos anrannte und zu Recht mit 0:3 verlor.

Noch vor Kurzem schien die Tabellensituation passend für ein Happy-End für den nach zwei Spielzeiten scheidenden Auer zu sein. Lange Zeit sah es danach aus, als sei der Abstand zu den Abstiegsrängen groß genug. Doch plötzlich punkten die Todgeweihten und bringen fast die halbe Liga in Not. Eingeholt wird der erfahrene Übungsleiter von altbekannten Fußballerweisheiten. Nach dem Abpfiff beim 0:1 in Eggolsheim am Donnerstagabend brummelte Auer und haderte mit dem Spielverlauf: "Wenn du hinten stehst, hast du die Kacke am Fuß." Vorausgegangen war ein zumindest umstrittener Elfmeterpfiff, der Eggolsheim den Sieg brachte. "Wir waren das aktivere Team und hatten über 90 Minuten mehr Spielanteile und Chancen. Unser Manko ist, dass wir davon zu wenig verwerten", analysierte Auer.

Für die Walberla-Kicker könnte die morgige Partie zum Schlüsselspiel der Saison werden, die laut Auer von Anfang an vom Verletzungspech geprägt war: "Zuletzt brauchte ich sogar zwei Oldies: Unser 43-jähriger ,Doc' Reinhard Niebler half in der Abwehr aus. Zudem stand ein paar Mal der ein Jahr jüngere Roland Meixner im Tor, weil sich Stammkeeper Patrick Farr Jochbein und Kiefer brach. Wir haben heuer einfach die Seuche." Zumindest die zuletzt pausierenden Daniel Kremer, Tobias Lassner und Simon Weisel erwartet der Coach im Kellerduell zurück, warnt aber gleichzeitig: "Wer noch immer glaubt, ein Sieg zum Walberla-Fest ist Schlaifhausener Gesetz und kommt von alleine, der darf sich danach nicht wundern."