Bei der gut besuchten Tagung der beiden Kreisligen des Spielkreises Erlangen-Pegnitzgrund im Sportheim des TSV Kirchehrenbach erwartete die Teilnehmer ein straffes Programm. Mit 13 Tagesordnungspunkten war viel abzuhandeln, Kreisspielleiter Max Habermann ging direkt nach der Begrüßung auf die vergangene Spielzeit ein.

Die Gesamtdauer von 160 Minuten - bedingt durch Redebeiträge von Gruppenschiedsrichterobmann Christoph Stühler, dem Kreisehrenamtsbeauftragten Alexander Männlein und dem neuen Vorsitzenden des Kreissportgerichtes Manfred Weiher - verlangte manchem Vereinsvertreter, die teils eine knappe Stunde Fahrtzeit ans Walberla reklamierten, dennoch etwas Geduld ab.

Ein Sonderlob, garniert mit einem Satz neuer Trikots, erhielt Spielleiter Leo Sauermann von der SpVgg Heßdorf für die beste Quote der Fairnesstabelle. Da an der von einer Brauerei gesponserten offiziellen Preisvergabe in Röttenbach jedoch kein Vereinsvertreter teilnahm, durfte sich Sauermann neben der Urkunde noch den obligatorischen Rüffel des Kreisspielleiters abholen, der scherzend für Erheiterung sorgte: "Des Fünfer Bierfässla kriegst aber nimmer, des hab ich schon selber trunken."
Auch die Nicht-Teilnahme von 58 Vereinen zuzüglich fünf Jugendspielgemeinschaften am Kreistag waren Habermann ein Dorn im Auge: "Es muss möglich sein, dass einmal im Jahr von jedem Verein ein Vertreter für zwei Stunden da hingeschickt werden kann."


Viele Spielabsagen

Als "Katastrophe" bezeichnete er die Nichtantretungen, die den Vereinen immerhin auch eine Menge Geld kosten: "Nicht anzutreten in der Kreisliga kann eigentlich nicht sein. Unmöglich. In beiden Kreisligen waren es je zwei Fälle, die den Vereinen jeweils 90 Euro Strafe kosteten. Insgesamt waren es von der Kreisliga bis zu den B-Klassen 106 Nichtantretungen, die euch 6460 Euro Strafe und zusätzlich etwa 3000 Euro Gebühren kosteten. Überlegt euch mal, was man mit diesem Geld hätte besser anfangen können!"


63 Rote Karten in beiden Ligen

Mit der Zahlenübersicht der Platzverweise endete der statistische Teil des Kreisspielleiters: "Es gab 36 Rote Karten in der Kreisliga 1 und 27 Rote Karten in Kreisliga 2. Es waren 63 Spieler betroffen, sie wurden insgesamt für 152 Spiele gesperrt."

Zudem seien zehn Rückzüge oder Ausschlüsse von Mannschaften zu beklagen gewesen, davon ein A-Klassist, der Rest war B-Klassisten.

Der Gruppenschiedsrichterobmann Christoph Stühler bat um ein Meinungsbild zur Zufriedenheit über die Leistungen seiner Referees. Zufrieden zeigte er sich mit den Ordnungsdiensten: "Es klappt inzwischen besser, die Männer mit den Westen kümmern sich nicht mehr nebenbei auch noch am Grill um Würste oder als Platzkassier." Dass sich manche Spieler und sogar Trainer bisweilen wohl nicht ganz regelsicher zeigen, nötigte Stühler ein Stirnrunzeln ab: "Wir bieten Interessierten während der Vorbereitung immer an, dass wir sie in Regelfragen schulen. Hier ist aber kaum Resonanz."

Der Kreisehrenamtsbeauf-tragte Alexander Männlein, dem Habermann kurze Redezeit auferlegte ("Du hast nur zwei Minuten, weil der Stühler so lange gebraucht hat!"), fasste sich kurz und stellte sich zunächst ebenfalls schützend vor die Schiedsrichter. Außerdem appellierte er an die Vereine, zu den Fortbildungen zu gehen: "Es bringt euch und euren Mitgliedern mehr, als ihr denkt. Macht es einfach mal." Zuletzt informierte Männlein, dass er künftig im Bezirk als Ehrenamtsbeauftragter fungiert und somit nach Unterstützung auf Kreisebene Aussschau hält.

Letzter Gastredner war Manfred Weiher, als neuer Vorsitzender des Kreissportgerichtes in Nürnberg auch für den Spielkreis zuständig. Er nutzte die Zeit um sich kurz vorzustellen und informierte: "Der Verhandlungstag wird künftig der Donnerstag sein."

Für kurzfristige Irritation sorgte die Erklärung Habermanns zur Abstiegsregelung in der kommenden Spielzeit. Seine Idee, um den Vereinen entgegen kommen zu können, hat er sich inzwischen vom Verband absegnen lassen: "In beiden Kreisligen sind vier Absteiger festgelegt, damit die Normzahl von 32 Teams für beide auch dann nicht überschritten wird, wenn am Ende fünf Absteiger der Bezirksliga in unseren Spielkreis kommen. Falls es nur einer oder zwei Vereine wären, die von oben kämen, müssten auch nur drei aus jeder Kreisliga runter. Aber das werden wir frühestens drei bis vier Wochen vor Rundenende wissen."

Mit der Abstimmung der Eintrittpreise (Männer vier Euro, ermäßigt drei Euro, Frauen weiterhin frei) ging die Tagung mit der Absprache der Spielpläne beider Kreisligen und deren Vertreter gegen 21.45 Uhr zu Ende - nach knapp drei Stunden.


Meinungsbild der Vereine

Die Vereinsvertreter waren aufgefordert, folgende Punkte mit Ja oder Nein zu beantworten. Ein Ergebnis der Abfrage liegt noch nicht vor, darüber will Habermann aber nach der Auswertung informieren.

Punkt 1: Reduzierung der Ligen und Klassen auf 14 Teams ab der Saison 2020/2021
Punkte 2: Saisonende zeitgleich mit der Bezirksliga (ca. Mitte Mai)
Punkt 3: Bei Punktgleichheit Entscheidungsspiele, wenn es um Auf- oder Abstieg geht
Punkt 4: Auf Antrag des Heimvereins kann einer Spielverlegung (mit Zustimmung des Spielleiters) stattgegeben werden, wenn zeitgleich durch die DFL ein Lizenzspiel eines bayerischen Vereins angesetzt wurde (z.B. 1. FC Nürnberg, FC Bayern München).