Vater Wolfgang verteidigte in den 70er Jahren für die SpVgg Fürth in der 2. Liga und schnupperte sogar 180 Minuten DFB-Pokal-Luft. Für Tim Lausen reichte es immerhin für den DFB-Stützpunkt Schlüsselfeld. Zwischen Kreisklasse und Bezirksliga erlebt der 27-jährige Mittelfeldspieler beim SC Adelsdorf aber auch einiges.

Wer hat Sie angespielt?
Tim Lausen: Mein ehemaliger Trainer Alfred Bauer. Zum einen war er eine knappe Saison bei uns in Adelsdorf, zum anderen war er einer der Übungsleiter am DFB-Stützpunkt in Schlüsselfeld, wo ich zu Jugendzeiten war. Er hat in Sachen Fußball einiges auf dem Kasten und ist menschlich überragend. Mit ihm konnte man über alles reden.

Sind Sie je für einen anderen als Ihren Heimatverein aufgelaufen oder haben zumindest darüber nachgedacht?
Über meinen Grundschulfreund und Stützpunktkollegen Silvan Kratz bin ich damals zum FC Eintracht Bamberg gelangt, wo ich ein A-Jugend-Jahr verbracht habe. Ansonsten war und bin ich dem SCA treu. Im Herrenbereich kam ein Wechsel für mich bislang nicht infrage.

In fünf Ihrer neun Spielzeiten mit der ersten Mannschaft sind Sie entweder auf- oder abgestiegen. Sechs Mal ging es in die Relegation. Aufregend oder nervig?
Ich fand es gut. Es ist immer eine Herausforderung, um den Aufstieg oder gegen den Abstieg zu spielen. Vor allem die Relegationsspiele vor mehreren Hundert Zuschauern sind eine hilfreiche Erfahrung. Gleich im ersten Jahr bei den Herren, als ich noch Jugend spielen durfte, ging mir schon die Düse. Aber wir haben nach zwei Ausscheidungsspielen den Aufstieg in die Kreisliga gepackt. Inzwischen bin ich bei solchen Partien jedoch entspannter. Die Aufgabe von uns Älteren ist es daher auch, Ruhe auszustrahlen und den Jüngeren den Druck zu nehmen.

So wie im Moment. Als Neuling stecken Sie erwartungsgemäß im Keller der Bezirksliga. Leidet die Stimmung im Team darunter?
Insgesamt gesehen nicht. Aber es ist schon frustrierend, wenn man - wie am vergangenen Samstag gegen Lauf - in der Nachspielzeit einen Elfmeter gegen sich kriegt und wieder mit leeren Händen dasteht. Zur Zeit mangelt es vor allem an der Chancenverwertung: Wir haben in den drei Spielen seit der Winterpause kein einziges Tor geschossen, obwohl wir meist gut spielen und mit dem Gegner mithalten.
Neun Punkte fehlen zum rettenden Ufer. Wie realistisch ist der Klassenerhalt noch?
Es wird natürlich extrem schwer, aber wir geben uns nicht auf, sondern holen alles aus uns heraus. Irgendwann haben wir nichts mehr zu verlieren und gehen volles Risiko. Das gilt auch für das Spiel am Sonntag beim Tabellenzweiten Hersbruck. Hinten stehen wir zur Zeit eigentlich relativ sicher. Wir müssen vorne die Dinger einfach machen.

Wenn es trotz allem nicht reicht: Bricht das Team im Falle des Abstiegs auseinander?
Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Wenn es nicht reichen sollte, gehen wir geschlossen in die Kreisliga. Dort werden wir in der kommenden Saison wieder eine gute Rolle spielen, denn fußballerisch haben wir es drauf.

An wen spielen Sie weiter?
An Silvan Kratz. Er ist Torwart beim FC Trailsdorf in der A-Klasse Bamberg 1 und hält seinem Verein trotz mehrerer Abstiege auch die Treue. Bis auf die zwei Spielzeiten von 2013 bis 2015, da hat er bei uns in Adelsdorf das Tor gehütet.