Die erste schlechte Nachricht gab es für die SpVgg Jahn Forchheim bereits vor Anpfiff: Weil der 30. Spieltag der Fußball-Bayernliga angebrochen ist und weder ein Insolvenzverfahren gegen den FC Eitnracht Bamberg eingeleitet, noch mangels Masse abgelehnt wurde, tritt nach der Spielordnung des Bayerischen Fußballverbands (BFV) der Paragraf 30, Absatz 2, in Kraft: "Stellt ein Verein seinen Spielbetrieb während der letzten vier Spieltage ein oder tritt er in diesem Zeitraum zum dritten Mal schuldhaft nicht an, bleiben die von diesem Verein bereits durchgeführten Spiele in der Wertung."


Rettung rückt in weite Ferne

Die restlichen Spiele des Vereins würden dann entsprechend Paragraf 29, Absatz 1 für den jeweiligen Gegner mit 2:0 als gewonnen gewertet. Da die Jahn-Konkurrenten um den Klassenerhalt fast durchweg mehr Punkte gegen die Eintracht holten als die Sportvereinigung (1), schwinden die Chancen der Forchheimer auf den rettenden 13. Platz.


DJK Don Bosco Bamberg - SpVgg Jahn Forchheim 0:0

Die Gäste hatten Glück, dass sie nach einer Viertelstunde auf dem Wildensorger Kunstrasen noch nicht zurücklagen. Dominik Schütz brachte die Kugel nach einem Steilpass (3.) und einem Eckball (5.) aber genauso wenig im Forchheimer Kasten unter wie DJK-Kapitän Markus Fischer auf Kopfball-Vorlage von Alassane Kane (10.). Auch Kane scheiterte am aufmerksamen SpVgg-Torhüter Tugay Akbakla (15.). Die Hausherren führten lediglich in Sachen Gelbe Karten schnell mit 2:0, weil Felix Strobler hart gegen Firat Güngör einstieg und Marco Schmitt einen Konter über Timo Strohmer im Mittelkreis unterband.

Die größte Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte plötzlich Senad Bajric auf der anderen Seite, als Hinspiel-Torschütze Güngör nach innen passte, DJK-Keeper Christoph Trunk nach vorne abwehrte, der Forchheimer aber aus sieben Metern drüber schoss (19.). Die letzte Chance, bevor die ersten 45 Minuten gemächlich ausklangen, hatte Johannes Wolfschmidt, doch Akbakla hielt aus spitzem Winkel (31.).


Jahn gewöhnt sich an Kunstrasen

Nach dem Seitenwechsel drehte der Jahn auf: "Wir hatten uns an den ungewohnten Untergrund gewöhnt und waren drückend überlegen", erzählte SpVgg-Coach Michael Hutzler. Zur tragischen Figur avancierte Bajric, der nach einem Abpraller Trunks erneut zu hoch zielte. Diesmal war der Gästestürmer noch näher am Tor. "Er hätte den Ball einfach mit irgendeinem Körperteil über die Linie drücken müssen", sagte Hutzler, dessen Team danach in Stockstarre gefallen sei.

Die gut gestarteten Wildensorger kamen nur noch durch Zufall zu Gelegenheiten, die Akbakla aber zunichte machte. Selbst in Überzahl - Brendan Ruiz hatte für sein zweites Foul die Gelb-Rote Karte gesehen (67.) - kamen die Forchheimer nicht zum dringend benötigten Erfolgserlebnis. "In der ersten Halbzeit hatten wir Glück und ein Punkt bei Don Bosco ist nicht schlecht, aber in unserer Situation fehlen uns zwei Punkte", analysierte der Trainer des Tabellenvorletzten.
Inzwischen sickerte durch, dass der Adelsdorfer und Ex-Seligenportener Andreas Mönius in der kommenden Spielzeit zum Jahn wechselt (siehe Seite 24). Zudem habe sich die Zahl der Zugänge auf zwölf erhöht, sagte der künftige Teammanager René Hoffmann.
DJK: Trunk - Strobler, Wolfschmidt, Ruiz, Kettler, Schütz (70. Makrigiannis, 85. Jessen), Wunder, Kaiser, Fischer, Schmitt (58. Schwinn), Kane
SpVgg: Akbakla - Leikam, Hassa, Bauernschmitt, Sremcevic, Dietrich, Güngör, Bajrami, Strohmer, Selmani, Bajric
Zuschauer: 300 / Schiedsrichter: Eduard Maier (Gleiritsch) / Gelb-Rot: Brendan Ruiz (67./DJK/wiederholtes Foul)