Nicht immer stimmt das Sprichwort: "Aller guten Dinge sind drei!" Davon musste sich Schlaifhausens scheidender Trainer Wolfgang "Molly" Auer in der abgelaufenen Relegationsphase überzeugen. Zu gerne hätte der 49-jährige Fußballenthusiast dem 1963 gegründeten Dorfverein am Fuße des Walberla den Aufstieg zum Abschied hinterlassen. Es wäre ein prima Geschenk für die DJK-FC Schlaifhausen gewesen, die in diesen Tagen die Feierlichkeiten zum 50. Wiegenfest begeht. Nun muss Nachfolger Christian Hassa den Weg beenden, den Jubilar eine Klasse höher zu bringen.

Nach dem Freilos in Runde eins hatten die Walberlakicker drei Möglichkeiten, doch noch als Vizemeister der A-Klasse 3 in die Kreisklasse aufzusteigen. Daraus wurde nichts, denn die Partien gegen Happurg und die Reservemannschaften aus Hüttenbach und Burk gingen verloren.

Fußball ist manchmal tragisch

Knapp zwei Wochen ist es her, als Referee Fabian Zimmermann die dritte Relegationspartie in Ebermannstadt nach 120 gespielten Minuten und der Glückslotterie "Elfmeterschießen" abpfiff. Soeben hatte Luke Williams die Burker Reserve nach oben geschossen. Fernab der mit Sektduschen und dem üblichen Brimborium feiernden Gewinner, tröstete ein selbst mit den Tränen kämpfender Übungsleiter nach seinem allerletzten Spiel für Schlaifhausen die jungen Kicker, die häufchenweise auf dem Rasen kauerten: "Fußball ist nur ein Spiel. Manchmal ist es schön und manchmal tragisch." Dabei hätte der 49-jährige Wahl-Pretzfelder in diesen Minuten selbst Trost nötig gehabt.

Nach dem Schlusspfiff liefen sie erst orientierungslos auf dem Rasen, um dann von Spieler zu Spieler zu gehen und mit ihnen zu sprechen. Was war da los?
Wolfgang Auer: Da musste ich mich erst kurzzeitig sammeln. Diese Relegationsphase ging auch an mir nicht spurlos vorbei. Ich war mindestens genauso enttäuscht wie meine Spieler, aber ich durfte es mir nicht anmerken lassen, um sie ausreichend trösten zu können.

Was sagten Sie ihren Spielern nach der dritten verpassten Aufstiegschance zum Trost?

Über die drei Jahre habe ich jeden meiner Spieler genauestens kennengelernt. Ich wusste, wer jetzt gerade viel Zuspruch brauchte und wer dieses Drama wohl leichter wegsteckt. Vor allem den Jüngeren gingen die drei Spiele mit jedesmal negativem Ausgang sehr nahe.

Das heißt, die Älteren haben das Scheitern nach dem Relegationsmarathon gefasster aufgenommen?
Meine älteren Spieler hatten ihre Gefühle besser unter Kontrolle, aber ich sah durchwegs in leere Gesichter. Sie realisierten eher, welche große Chance wir haben liegen lassen. Für die Fans und das gesamte Umfeld des Vereins tut es mir doppelt leid. Sie hatten eine große Euphorie, den Aufstieg im Jubeljahr zu packen.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg, der nun einen neuen Anlauf nehmen wird?
Christian Hassa muss ich keine Tipps geben. Er ist ja kein Unbekannter und hat sicher auch eigene Pläne, wie er seine Ideen umsetzen wird. Ich halte nichts davon, zu gehen und dann doch nicht loslassen zu können. Aber mich hat schon gefreut, wie er sich bei mir erkundigt hat.

Sie machten bereits zur Winterpause bekannt, dass Sie gehen. Bereuen Sie diesen Schritt?
Ganz klar: Nein! Ein Trainer nutzt sich ab und ich hatte hier drei ganz tolle Jahre. Aber man muss die Zeichen der Zeit erkennen und vor allem den Zeitpunkt, wann es am besten ist, zu gehen. Zudem bin ich derzeit beruflich sehr ausgefüllt und pausiere zunächst. Vielleicht mache ich was im Jugendbereich. Mit Konzept würde mich das reizen.

Was geben Sie ihrem Ex-Verein mit auf den Weg?
Schlaifhausen ist ein sehr familiär strukturierter Verein mit vielen jungen Leuten. Vielleicht ist das der Grund, dass sie in einer Zeit, in der andere Vereine schweren Tagen entgegensehen, in die Zukunft investiert haben. In vielen Bereichen. Dazu gehört viel Mut. Ich wünsche ihnen viel Erfolg bei den Feierlichkeiten sowie für die kommenden 50 Jahre viele Aufstiege und werde mich ab und zu gerne mal umschauen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an die letzten Spiele denken?
Ich ertappe mich dabei, wie ich häufig über die gleiche Szene grüble: Die 117. Minute in der Verlängerung. Roland Meixner kommt über links, der Torwart wehrt den Ball in die Mitte ab. Dort steht Kapitän Simon Weisel und hebt die Kugel freistehend drüber. Aus, vorbei. Ohne Simon wären wir nicht so weit gekommen. Das sagte ich ihm auch. Fußball ist manchmal tragisch.