Mit der Erkenntnis, dass dem Tüchtigen nicht immer das Glück zur Seite steht, kehrten die Forchheimer HC- Handballer von ihrem Auswärtsspiel beim Bezirksoberliga-Meister und Landesliga-Aufsteiger HC Erlangen III zurück. Gegen den Favoriten unterlag man nach einer zwischenzeitlichen Neun-Tore-Führung (15:6/23.) am Ende äußerst unglücklich mit 32:34 (16:11). Trainer Dirk Samel sprach danach von mindestens einem verschenkten Punkt.
Mit viel Respekt, aber ohne Angst fuhren die Forchheimer zum souveränen Tabellenführer, sagt man dem doch nach, dass er einen schnellen und effizienten Handball spielt. Und in der Tat entwickelte sich ein sehr intensives und schnelles Spiel, in dem zunächst die Forchheimer dominant waren und von Beginn an bis zur 53. Minute vorne lagen. Nach der 2:1-Führung hatte man sogar die Chance, durch zwei Gegenstöße auf 4:1 zu erhöhen. Doch beide Male scheiterte der VfB am HCE-Schlussmann und musste im Gegenzug stattdessen das 2:2 hinnehmen.

Tobias Hallmann bärenstark

Doch die Gäste behielten das Heft in der Hand und gingen erneut durch einen wunderschönen Rückhandwurf des bärenstarken Tobias Hallmann (11/3 Tore) mit 3:2 in Front. Auch in der Folgezeit hatte Forchheim mehrmals die Chance, sich frühzeitig abzusetzen, scheiterte jedoch mit unpräzisen Würfen am Erlanger Keeper. Die Gastgeber schienen in dieser Phase in Gedanken noch bei der Meisterschaftsfeier zu sein. Sie agierten unkonzentriert und unentschlossen, vergaben ihrerseits auch einige gute Tormöglichkeiten. Man hätte eine Stecknadel in der mäßig besetzten Halle fallen hören können, es herrschte eine angespannte Ruhe.
Und als sich der HC Forchheim anschickte mit zielstrebigen Angriffen aus einer stabilen Abwehr heraus, gestützt auf einen gut aufgelegten Michael Schmitt im Tor, den Gegner mit einem Acht-Tore-Lauf binnen acht Minuten zu überrollen und von 5:5 auf 5:13 davon zog, glaubten viele an einem Auswärtssieg der Gäste. 6:15 hieß es nach 23 Minuten, die erfolgsverwöhnten Erlanger Zuschauer zeigten sich dadurch etwas irritiert, hatte man doch vom Außenseiter nicht mit so viel Gegenwehr gerechnet.
Dies war gleichzeitig für die Erlanger ein Weckruf. Sie nutzten dabei ein doppeltes Überzahlspiel sowie eine weitere Strafzeit gegen die Gäste und verkürzten den Neun-Tore- Rückstand auf fünf (11:16) bis zur Pause.

Ständig die Abwehr gewechselt

Erlangen hatte sich für Abschnitt zwei viel vorgenommen. Die schmächtigen HCE-Buben agierten nun äußerst aggressiv, scheuten keinen Zweikampf und zeigten vor allem in taktischer Hinsicht ihre Fähigkeiten. Ständig stellten sie die Abwehrformation um. Forchheims Mannschaftskapitän Matthias Gieck grämte sich angesichts der entscheidenden Fehler. "Wir sind mit der offensiven Erlanger Abwehr in Halbzeit zwei nicht zurechtgekommen. Das frühe Stören hat uns aus dem Konzept gebracht. Gieck: "Trotzdem hatten wir unsere Möglichkeiten, haben diese aber nicht entschlossen genug genutzt."
Forchheims Vorsprung schmolz langsam, aber sicher immer mehr zusammen. In der 52. Minute war es dann so weit. Erlangen hatte zum 28:28 ausgeglichen. Noch einmal gelang es dem HC Forchheim mit 30:29 in Front zu gehen. Doch die junge Erlanger Truppe zeigte sich äußerst clever, legte zwei Tore vor und ließ sich diese nicht mehr aus der Hand nehmen.
Forchheim haderte hernach mit den Entscheidungen der Schiedsrichter und fühlte sich benachteiligt. Ein auf der Tribüne anwesender langjährig erfahrener und noch aktiver Schiedsrichter brachte es auf den Punkt: "Wenn du im Angriff nach drei Schritten ständig zurückgepfiffen wirst, zweifelhafte Stürmerfouls bekommst und auf der anderen Seite vier und fünf Schritte erlaubt sind, zudem kein Stürmerfoul geahndet wird, dann bist du nach einer gewissen Zeit frustriert. Die Folge: Unsicherheit macht sich breit." Der HC Forchheim ist somit um den Lohn seiner guten Leistung gebracht worden. "Ich glaube, dass wir das ganze Spiel hinweg eine starke kämpferische Leistung meines Teams gesehen haben. In den entscheidenden Momenten fehlte uns jedoch die Ruhe und Abgeklärtheit", meinte der Forchheimer Trainer Dirk Samel.

Die Statistik

HC Forchheim: Schmitt, Albrecht; Schulz, Sitzmann, Gieck, Wackersreuther (5), Kiesel (5), Hallmann (11/3), M. Wolf (2), Kist (1), Zuber (3), Ph. Wolf, Hecht (5), M. Ochs. Zeitstrafen: 3/5 + 1 Rote Karte (3x 2min.); Siebenmeter: 8/5/4/3 hell