Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hatte am 1. April die laufende Saison aufgrund der Covid19-Pandemie abgebrochen und den damaligen Zwischenstand der Tabelle zur alleinigen Grundlage von Auf- und Abstiegen gemacht. Die erste Herrenmannschaft der DJK SpVgg Effeltrich sollte demnach von der 3. Bundesliga in die Regionalliga absteigen.

Bei dieser Wertung war allerdings schon nicht berücksichtigt worden, dass die Mannschaften der 3. Bundesliga eine unterschiedliche Anzahl an Spielen ausgetragen hatten. Die DJK hatte beispielsweise zwei Spiele weniger als zwei direkte Konkurrenten. Ferner war auch nicht berücksichtigt worden, dass die Restprogramme der um den Abstieg spielenden Mannschaften sehr unterschiedlich waren. Aus Sicht der DJK war dieses Vorgehen nicht mit der Wettspielordnung des DTTB vereinbar und auch offensichtlich sportlich ungerecht, so dass man sich zu einer Klage entschied.

Entscheidung pro Effeltrich

An diesem Mittwoch hat das Bundesgericht des DTTB nun nach mehr als drei Monaten den Effeltrichern Recht gegeben. Die Entscheidung, die Saison alleine auf Basis des Zwischenstandes zu werten, war rechtswidrig. Vielmehr hätte der DTTB eine Härtefallregelung aufnehmen müssen.

"Wir haben damit ein erstes Etappenziel erreicht", sagt Jürgen Weninger, der Sportliche Leiter der DJK: "Der Ball liegt jetzt wieder beim DTTB. Dieser muss nun eine neue Regelung erlassen."

Derzeit werden bereits die Spielpläne für die kommende Spielzeit erstellt. Bislang natürlich alles unter dem Vorbehalt des bislang ausstehenden Urteils. Die DJK sieht bei sich selbst einen erheblichen Härte-fall gegeben. Man geht daher davon aus, dass der DTTB nun die fast vierteljährliche Hängepartie beenden und für Rechtssicherheit sorgen wird. Hierzu müsste er die DJK wieder in die 3. Bundesliga eingliedern. Sollte er dies nicht tun, käme es erneut zu juristischen Auseinandersetzungen, die weitere Monate dauern würden und wohl nicht vor dem Saisonbeginn abgeschlossen wären. Diese Situation wäre ein Worst-Case-Szenario für den Verband und alle betroffenen Vereine.

"Mir ist keine andere Sportart bekannt, in der Mannschaften aus einer Bundesliga absteigen müssen, ohne dass die Saison zu Ende gespielt wurde. Selbst im Tischtennis wären wir der einzige Verein gewesen, der alleine deshalb aus einer Bundesliga abgestiegen wäre", so Weninger. Auch deshalb geht die DJK mit Blick auf Handball, Eishockey, Basketball und Volleyball davon aus, dass sich der DTTB nunmehr an deren Regelungen ein Beispiel nehmen und eine Entscheidung zum Wohle der betroffenen Vereine treffen wird.

Das Bundesgericht hat dem Verband für seine Entscheidung Spielräume gelassen. Die endgültige Entscheidung des DTTB bleibt abzuwarten. jw