Knapp acht Monate ohne Pflichtspiel sind vorbei: Der Höchstadter EC startet in die neue Oberliga-Saison, die schon im Vorfeld stark von der Corona-Pandemie geprägt wird. Auf Zuschauer müssen die Alligators zunächst verzichten, das gilt auch für den Heimauftakt am Freitag (20 Uhr) gegen die Lindau Islanders.

Oberliga Süd

Höchstadter EC - Lindau Islanders

Keine Zuschauer, fehlende Einnahmen, Corona-Quarantäne und eine durcheinandergewirbelte Vorbereitung: Hinter und vor den Höchstadt Alligators liegen schwierige Zeiten. "Wir alle müssen uns auf die Situation einstellen. Viele Unsicherheitsfaktoren machen es uns nicht einfach", sagt HEC-Teammanager Daniel Tratz.

Dabei hat der Verein erst eine nervenaufreibende Saison hinter sich, die durch den mit dem Saisonabbruch einhergehenden Klassenerhalt zwar versöhnlich endete. Doch die Baustellen waren offensichtlich: "Wir müssen uns defensiv verbessern, die Abwehr war eine Schwachstelle. Zudem herrschte kaum Leistungsdruck. Einige wenige Spieler haben das Team getragen, das reicht nicht", sagt Tratz.

Um nicht wieder um den Klassenerhalt bangen zu müssen, haben die Alligators einen personellen Umbruch gewagt. Elf Spieler haben den Verein verlassen, darunter auch der nachverpflichtete lettische Angreifer Juris Upitis.

Upitis für die Abwehr "geopfert"

Seine Ausländer-Kontingentstelle ging an den Litauer Domantas Cypas, der aus Schweinfurt kommt. Die andere Kontingentstelle hat weiter der tschechische Stürmer Milan Kostourek inne. "Wir hätten Juris gerne behalten, er ist ein guter Angreifer. Aber für unsere zweite Kontingentstelle hatte die Abwehr Priorität", erklärt Tratz. Gemeinsam mit Martin Kokes (Deggendorf) soll Cypas die Abwehrreihen stabilisieren. "Martin ist ein junger, aber trotzdem erfahrener Verteidiger. Domantas hat viel Potenzial, wir geben ihm die Chance. Unser Trainer kennt ihn gut und ist überzeugt von ihm", sagt Tratz.

Angeführt wird der Abwehrverbund von Martin Vojcak: Der bald 34-Jährige geht als Kapitän in die Saison. Er soll seine jungen Nebenmänner führen und als Routinier vorangehen.

Das Alter spielte bei der Kaderplanung von Daniel Tratz eine besondere Rolle: "Wir wollen einen Umbruch einleiten, um uns für die Zukunft aufzustellen. Deshalb sind mehrere Nachwuchsspieler aufgerückt", sagt der Teammanager. Mit Manuel Nix, Eric Schuster und Alexander Diel besetzen drei Nachwuchstalente feste Kaderstellen. Auch Angreifer Niklas Jentsch (Dresden) ist erst 21 Jahre alt.

Guft-Sokolov komplettiert Sturm

Für die Offensive legte der HEC am Mittwoch noch einmal nach: Der 22-jährige Michail Guft-Sokolov kommt von den Löwen Waldkraiburg. "Damit haben wir den kräftigen Center dazubekommen, den wir brauchen", erklärt Tratz, der selbst weiterhin im Angriff gemeldet ist.

Königstransfer in der Offensive ist aber Dimitri Litesov: Der 31-Jährige kommt aus Rosenheim und zählt neben Jiri Mikesz und Altmeister Vitalij Aab zu den alten Hasen im Team. "Dimitri bringt ganz viel Qualität mit, darauf freuen wir uns", schwärmt Tratz.

"Wir können mitspielen"

Schon am Sonntag (17 Uhr) kommt es für Guft-Sokolov zum Wiedersehen mit den Starbulls, bei denen der HEC erst am vergangenen Freitag im Testspiel mit 3:7 verlor. Auch der Abschlusstest in Erfurt ging verloren (3:6). Teammanager Tratz ist dennoch optimistisch: "Beide Spiele haben gezeigt, dass wir mitspielen können. In Rosenheim haben wir erst in den Schlussminuten die Gegentore bekommen. Auch das Ergebnis in Erfurt fiel zu hoch aus."

Wie stark die sportliche Konkurrenz in dieser Saison ist, kann Tratz kaum einschätzen. "Das machen alleine die Quarantäne-Maßnahmen bei einigen Teams unmöglich. Diese Zwangspausen nehmen einiges von dem, was man in der Vorbereitung erarbeitet, wieder weg."

Das erfuhren die Alligators am eigenen Leib: Nach dem positiven Test eines Höchstadter Spielers vor zwei Wochen musste das Team drei Tage in Quarantäne. "Als wir wieder ins Training eingestiegen sind, haben wir das stark gemerkt", erklärt Tratz.

Eindeutig ist das Saisonziel, das der Klub formuliert: "Wir wollen die Verzahnungsrunde vermeiden, also mindestens Zehnter werden. Dafür ist der Saisonstart sehr wichtig", gibt Tratz vor. Mit dem Auftaktgegner kann der Teammanager gut leben: "Die Spiele gegen Lindau waren immer eng. Ich erwarte einen Gegner auf Augenhöhe, den wir schlagen wollen."

Live-Übertragung im Internet

Wie sich der HEC schlägt, können die Fans derweil im Internet verfolgen: Das Streaming-Portal "Sprade TV" überträgt die Spiele im Internet. Acht Euro kostet der Stream, rund drei Viertel davon gehen an den Klub. "Ich kann unsere Fans nur dazu aufrufen, die Spiele zu buchen und uns damit zu unterstützen", sagt Tratz.