Auf der Arbeit bei den Forchheimer Stadtwerken begegnet Jakob Förstel seinem Trainer Patrick Glauber. Wenn er nach Hause kommt, wartet seine in der Landesliga kickende Freundin Katharina Sturm auf ihn, und wenn er nicht selbst beim Training oder Spiel der SG Pinzberg/Gosberg dem runden Leder hinterherjagt, bringt er dem Nachwuchs des Vereins das Fußballspielen bei oder schaut sich im Stadion was von den Profis ab. Bei aller Liebe für diesen Sport herrscht beim 22-Jährigen in Sachen Saisonziel aber die Vernunft.

Wer hat Sie angespielt?

Jakob Förstel: Tim Zocher von der Spvgg Hausen. Er ist ein klasse Fußballer, der in Sachen Einstellung alles mitbringt. Auch außerhalb des Platzes verstehen wir uns gut.

Als sein Trainer bei der U19 der SG Hausen/Kersbach/Oesdorf/Pinzberg/Wimmelbach waren Sie nur drei Jahre älter als er und seine Teamkollegen. War das jemals ein Problem?
Ich habe den 98er Jahrgang seit der D-Jugend betreut, anfangs noch mit weniger SG-Mannschaften. Auf dem Platz versuche ich, ein Vorbild zu sein, aber daneben waren wir teilweise befreundet. Das hat immer gut funktioniert und im Sommer in den Aufstieg in die Kreisklasse gemündet.

Wie sind Sie zu dem Amt gekommen und welche Trainerkarriere streben Sie an?
Mein Bruder Konstantin hat damals in der D-Jugend gespielt und das Team brauchte einen Betreuer bzw. Co-Trainer. Inzwischen habe ich die C-Lizenz und beginne demnächst mit der Ausbildung zum B-Schein. Ich kann mir durchaus vorstellen, irgendwann im Herrenbereich zu coachen, aber vorerst sehe ich mich in der Jugend, weil ich es schön finde, die Entwicklung der Fußballer zu beobachten. Jonas Deckert habe ich zum Beispiel vor wenigen Jahren noch trainiert, jetzt ist er in meiner Mannschaft Kapitän - mit gerade einmal 19 Jahren.

Überhaupt ist der Kader der SG Pinzberg/Gosberg extrem jung. Ist er nach dem Scheitern in der Aufstiegsrelegation im Sommer trotzdem schon reif für die Kreisklasse?
Innerhalb der Mannschaft spielt das Thema Aufstieg schon eine Rolle. Wir brauchen uns vor keiner Mannschaft in der A-Klasse 3 ER/PEG zu verstecken. Ich glaube, wir sind trotz stärkerer Konkurrenz als letztes Jahr in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Aber mit so einer jungen Mannschaft sind Rückschläge wie am vergangenen Sonntag gegen Mittelehrenbach normal. Der Verein setzt auf den Nachwuchs und auf Einheimische, wovon er langfristig mehr hat als vom kurzfristigen Erfolg. Der Abstand nach oben ist schon ziemlich groß.

In der Englischen Woche kommt es für Sie zum Kontrastprogramm. Am Sonntag müssen Sie beim ehemaligen Tabellenführer SpVgg Reuth ran, am Dienstag erwarten Sie den Vorletzten SV Hiltpoltstein II. Was rechnen Sie sich gegen Reuth aus, das genauso wenig Gegentore kassiert hat wie Ihr Team (16), aber mehr als doppelt so viele geschossen hat (64/28)?
Wir haben diese Woche gut trainiert und für das Spiel am Sonntag nur einen Ausfall zu beklagen. Von daher können wir sicher etwas aus Reuth mitnehmen. Wir werden trotz der 64 Tore des Gegners nicht defensiv spielen. Spitzenreiter Pretzfeld hat sogar schon 72 Treffer auf dem Konto, gegen uns vor zwei Wochen aber nur ein Tor erzielt, so dass wir 3:1 gewonnen haben.

An wen geht Ihr Steilpass?
An meinen Ex-Teamkollegen Christian Bauer. Er hat sein Leben lang in Pinzberg gespielt, wollte aber mal etwas Neues ausprobieren und ist vor dieser Saison mit seinem Bruder Alexander zum FC Schlaifhausen in die Kreisklasse 2 gewechselt. Insgeheim hoffe ich, dass er bald wieder zu uns zurückkehrt.

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Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.