Während einer Feierstunde auf seiner geliebten Martinswand hoch über dem Wiesenttal enthüllten Klaus-Dieter Preis und Martin Redel in ihren Eigenschaften als Vorsitzende der Vereine "Zukunft Gößweinstein" und "Förderverein Höhenschwimmbad Gößweinstein" eine Gedenktafel für den letztes Jahr viel zu früh verstorbenen Kreis- und Marktgemeindeart sowie ehemaligen Freie-Wähler-Chef Rainer Polster.

Der Ort hätte passender nicht sein können und das Herbstwetter am Sonntagnachmittag nicht schöner, als der Musikverein Gößweinstein anlässlich der Feierstunde zu Ehren Polsters spielte. Vor ein paar Jahren hatte Polster das Areal rund um die Martinswand gekauft und die bekannte Kletterwand entbuscht und freigelegt. Seit Kindheitstagen war die Martinswand einer der Lieblingsplätze des Omnibusunternehmers, der im letzten Jahr völlig überraschend im Alter von nur 59 Jahren verstarb.

Familienvater und Unternehmer

Gewidmet ist die Gedenktafel dem "Menschenfreund" und "Freund der Heimat". Martin Redel konnte zu diesem besonderen Ereignis nicht nur Polsters Frau Christine, seinen Sohn Frank und Tochter Ann-Katrin, sondern auch weitere Familienmitglieder und viele Freunde und Weggefährten von Polster begrüßen. Darunter auch Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) und seinen Amtsvorgänger Georg Lang (CSU). Redel betonte, dass Polster ein maßgeblicher Förderer beider Vereine war. Polster sei ein Sinnbild für das Ehrenamt gewesen, nicht nur in der Kommunalpolitik. Redel bezeichnete seinen Freund als Tausendsassa und Organisationstalent, der immer einen Rat wusste und den Weg, wie es weitergeht.

Neben seinen vielen Ehrenämtern war er auch noch Familienvater und Unternehmer. Redel erinnerte an eine Episode kurz vor seinem Tod. Es war im Spätsommer letzten Jahres , als die Freunde des Egglofsteiner Freibads anfragten, ob sie für ihr Freibadfest die Wasserlaufbälle ausleihen können. Polster sei sofort Feuer und Flamme gewesen, fuhr mit ihm nach Egglofstein und war den ganzen Nachmittag für die Kinder da.

Um 17 Uhr hätte er einen Geschäftstermin gehabt. "Wir hatten schon zusammen gepackt, als ein Vater mit einem kleinen Mädchen, das sicht mehr beruhigen ließ, weil es nicht mehr mit dem Wasserlaufball spielen konnte, auf uns zukam. Rainer hat das Mädchen richtig glücklich gemacht und vergaß den Termin. Er war ein Menschenfreund, von dem man alles haben konnte", betonte Redel und ergänzte: "Danke, lieber Rainer für alles, was du getan hast".

"Rainer war immer dabei"

"Ich habe mich riesig auf diesen Tag gefreut", sagte Klaus-Dieter Preis und betonte, dass Polster auch ein Freund der Heimat war. Alles, was für Gößweinstein hilfreich war, habe er unterstützt, so der Arzt, der weiter betonte, das "Rainer immer dabei war, wenn es galt, ein Ziel zu erreichen." So auch beim Verein "Zukunft Gößweinstein", der aus dem Kauf und Wiederverkauf der Jugendherberge entstanden ist und schon einigen Gößweinsteiner Vereinen dadurch segensreich helfen konnte. Den Gedenkstein bezeichnete Preis als Ausdruck der Verbundenheit und zusätzlichen Ort der Erinnerung an einen großen Gößweinsteiner. Seine Witwe Christine Polster dankte ihren Freunden , die in dieser schweren Zeit immer für sie da waren. "Ich stand wie unter einer Glasglocke und wurde von euch in meiner Trauer getragen", so Polster, für die es das erste halbe Jahr nach dem Tod ihres Mannes um die Existenz ging.

Von irgendwo kam aber immer Hilfe her. "Rainer hat uns immer das Positive vermittelt und er lebt in unseren Herzen weiter", so Christine Polster. Redel kündigte an, dass im nächsten Jahr im Höhenschwimmbad eine ähnliche Gedenktafel für Jürgen Kränzlein errichtet wird. Kränzlein, der auch 2019 verstarb, war wie wie Rainer Polster einer der Motoren der beiden Vereine.