Im August stand wiederholt eine Rauchsäule am wolkenlosen Himmel über Pautzfeld. Ein Bewohner der Gegend wunderte sich, weil er nichts von einer Verbrennungsanlage in Pautzfeld wusste. Der Zeuge wandte sich an Eduard Zöbelein, den Vorsitzenden des Bund Naturschutz für Eggolsheim und Hallerndorf.

Am 16. August hatte sich Eduard Zöbelein dann auf dem Gelände der Firma Barthelme in der Industriestraße umgesehen, denn von dort war der Rauch aufgestiegen. Zöbelein entdeckte "eine Lagerbox, in den allerlei Unrat lag, unter anderem Plastik und Folien". Der Abfall brannte; daneben stand ein "Bagger mit laufendem Motor". Nachdem Zöbelein niemand antraf, verließ er das Gelände im Hallerndorfer Ortsteil Pautzfeld.

Wie kann die Bevölkerung geschützt werden?

Heinz Marquart, BN-Mitglied und Sprecher des umweltpolitischen Arbeitskreis der CSU im Landkreis, nahm sich der Sache an. Er wandte sich an die Polizei und an das Landratsamt Forchheim. Marquart stellte Reinhold Göller, dem für Umweltschutz zuständigen Juristen, einige Fragen. Etwa: Ist es der Firma Barthelme behördlich erlaubt, hausmüllähnliche oder Gewerbeabfälle zu lagern oder zu behandeln? Auf welche rechtliche Grundlagen stützt sich das wiederholte Verbrennen von Abfällen in einer Box? Welche Schritte hat die Polizei und das Landratsamt unternommen um eine Wiederholungstat auszuschließen? Wie kann die Bevölkerung in den ohnehin stark vorbelasteten Raum Pautzfeld-Neuses zukünftig wirksam geschützt werden?

Antworten erhielt Marquart auf diese Fragen bislang nicht. Dem FT sagte Göller nur soviel: "Gegen die Firma Barthelme läuft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, das aber noch nicht abgeschlossen ist." Der Amtsjurist meinte aber, der Pautzfelder Unternehmer müsse "mit einer Strafe rechnen". In welcher Höhe? Darüber machte Reinhold Göller keine Angaben, eben weil die Untersuchungen noch am Laufen seien.

Anpfiff vom Chef

Herbert Barthelme, der Chef des Unternehmens, bestätigte gestern, dass sein Werkstattmeister Material verbrannt habe. Das sei geschehen, während er, Barthelme, im Urlaub gewesen sei. Er wisse nicht, was seinen Werkstattmeister "da geritten" habe. "Seinen Anpfiff hat er schon bekommen", sagte Barthelme und betonte zugleich, dass lediglich Pappdeckel verbrannt worden seien. "Es war eine einmalige Angelegenheit, etwas anderes weiß ich nicht."

Das deckt sich jedoch nicht mit den Zeugenaussagen, die der BN gesammelt hat. Die "illegalen Handlungen" Barthelmes seien seit etwa einem Jahr "nachgewiesen", sagt Marquart. Das sei ein "Rückfall in die Mentalität der 50er Jahre".