Kein Vereinssport, kein Umsatz - Sportgeschäft muss schließen: Wie so viele Einzelhändler leidet auch Jürgen Weninger unter der Corona-Krise. Dem Inhaber des Sportfachgeschäfts "Futurespin" in Langensendelbach (Landkreis Forchheim) machen dabei gleich zwei Aspekte zu schaffen. Aufgrund des harten Lockdowns musste sein Tischtennis-Shop in der Hauptstraße monatelang geschlossen bleiben. Weil der Vereinssport in den Hallen seit November untersagt ist, fällt zusätzlich seine Stammkundschaft weg. "Ab November hatten wir einen brutalen Umsatzeinbruch", erklärt Weninger inFranken.de. Die Folge: Der 46-Jährige muss nach sieben Jahren aufgeben - seit dem 8. März ist sein Geschäft dauerhaft dicht.

"Der eine Baustein ist die Schließung der Geschäfte. Aber der für uns viel entscheidendere Baustein in unserer Branche ist, dass die Hallen zu sind", betont Weninger. "Wir haben vor zwei Jahren eine Filiale in Nürnberg aufgemacht. Wir zahlen für beide Filialen Miete." Zumal beide Standorte nur rund 35 Kilometer auseinanderliegen, ergebe es im Moment wenig Sinn, an zwei Filialen festzuhalten, die nicht geöffnet sein dürfen. Unterm Strich bedeutet dies nun das Aus für den 2014 eröffneten Laden in Langensendelbach. Zuvor hatte der Tischtennis-Fachhändler 16 Jahre lang einen Shop im benachbarten Effeltrich betrieben. 

Nach Ladenaufgabe: Händler hofft auf neue Tischtennis-Saison

Knackpunkt für die Ladenaufgabe war laut Weninger die Absage der Tischtennis-Saison bis September. "Das wäre blödsinnig gewesen, jetzt ein Dreivierteljahr lang Fixkosten zu bezahlen." Das Problem: "Selbst wenn der Einzelhandel wieder normal öffnen dürfte, würde ja deswegen bei uns nicht automatisch die Nachfrage nach oben gehen." Dies werde sich erst ändern, wenn die Hallen wieder auf seien und Wettkämpfe liefen. "Das wäre jetzt einfach rausgeschmissenes Geld gewesen, muss man ganz klar sagen." 

"Das tut einem einfach im Herzen weh, dass die Location nun nicht mehr da ist. Das ist eine Super-Immobilie gewesen, das muss man echt sagen." Der Standort sei für ein derartiges Geschäft prädestiniert gewesen. "Normalerweise würde der Vermieter das Ding auch problemlos für etwas Neues loskriegen. Das Riesenproblem im Moment ist: Wer macht momentan ein Geschäft auf, wenn er nicht offen haben darf?"

Enttäuscht zeigt sich der 46-jährige Franke von den versprochenen Corona-Hilfen. Als Einzelhändler sei er aus der Gruppe der staatlichen November- und Dezemberhilfen herausgefallen. "Wir haben nur Überbrückungshilfen erhalten - und die nicht einmal für jeden Monat. Das reicht hinten und vorn nicht", kritisiert Weninger. Damit ließen sich noch nicht einmal die Fixkosten des Betriebs decken. "Von privaten Fixkosten brauchen wir gar nicht erst reden." 

Trotz "Futurespin"-Filiale in Nürnberg: Inhaber denkt über Plan B nach

Ein kleiner Trost bleibt immerhin: Zusammen mit seinem Kollegen betreibt er fortan gemeinschaftlich die "Futurespin"-Filiale im Thumenberger Weg in Nürnberg. Auch einen Onlineshop betreiben die beiden Tischtennis-Experten. Weningers Blick in die Zukunft fällt dennoch nicht allzu optimistisch aus. 

Seine "große Sorge" betrifft hierbei insbesondere den Nachwuchs. "Eineinhalb Jahre hat jetzt kein Jugendtraining im Verein stattgefunden. Wie viel Prozent der Jugendlichen haben in der Zwischenzeit was anderes gefunden? Computer - oder andere Interessen im sportlichen Bereich?", gibt er zu bedenken. Mit Blick auf die Anzahl der aktiven Tischtennis-Spieler könne es sein, "dass wir eine böse Überraschung erleben". 

Die jüngsten Schwierigkeiten rund um die Corona-Schutzimpfung sorgen bei dem 46-Jährigen auch nicht gerade für mehr Zuversicht. "Unsere Hoffnung war eigentlich, dass irgendwann alle durchgeimpft sind und Hallensport wieder möglich ist. Vor Sommer wird es aber wohl keine Entspannung geben", vermutet der Ladenbetreiber. "Wir hoffen natürlich darauf, dass die nächste Saison läuft." Und falls doch nicht? "Irgendwann muss man sich aber auch überlegen: Was hat man für einen Plan B?"

Nach knapp 30 Jahren schließt in Forchheim "Sport & Freizeit Dürbeck". Inhaberin Sabine Dürbeck zieht sich ins Privatleben zurück - auch Corona spiele dabei eine Rolle.