Ehrenamtliches Engagement zahlt sich aus. Das haben die Integrationslotsen in Forchheim jetzt schwarz auf weiß. Sie bekommen einen Ehrenamtspreis der bayerischen evangelischen Landeskirche. "Manchmal vergleiche ich unsere Arbeit in Forchheim mit der Tätigkeit von Sherpas im Himalaya", sagt Donata Kaman. Sie ist Integrationslotsin in Forchheim.

Dem Sherpa vertraue man, weil er den Weg schon gegangen ist und den Integrationslotsen vertraue man, "weil die Menschen, die auf uns zugehen, wissen, wir kennen die Schwierigkeiten." Seit 25 Jahren lebt Kaman jetzt in Deutschland. Nun greift die Polin anderen Landsleuten bei ihren ersten Schritten im neuen Land unter die Arme. Dabei tauscht sie sich immer mit anderen ehrenamtlichen Projektmitarbeitern wie Dana Koch aus.

"Viel, viel Papier"

Dana Koch hilft derzeit der jungen Rumänin Adelina Melinte. Deren Problem sind die Behördengänge. Den nötigen Papierkram für Besuche bei der Krankenkasse oder dem Jobcenter hätte sie ohne Frau Koch nicht geschafft, sagt Adelina. "Viel, viel Papier", stöhnt sie.

Dass eine Integrationslotsin der Migrantin Adelina bei Behördenbesuchen helfen kann, ist auch der Verdienst von Kathrin Reif vom Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus in Forchheim. Sie hatte die Idee zum Projekt unter dem Motto "Migranten helfen Migranten".

Seit zwei Jahren bildet Reif gemeinsam mit der "Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration" (Gfi) Migranten zu Integrationslotsen aus. An acht Abenden lernen die Teilnehmer die wichtigsten Fallstricke deutscher Bürokratie kennen. Da geht es etwa um das bayerische Schulsystem oder um arbeitsrechtliche Fragen, es gibt Informationen zu Einrichtungen und Anlaufstellen.

Zurzeit sind 25 Menschen entsprechend geschult, die zusammengezählt 15 Sprachen sprechen. Weil das Angebot so gut angenommen werde und sich herumspreche, "können wir noch neue Mitarbeiter gebrauchen", erklärt Reif.

Eine der ersten, die den Kurs besucht hat, ist Integrationslotsin Monica Prenzel. Erst seitdem die Mexikanerin ihre Erfahrungen in einem fremden Land an andere weitergibt, fühlt sie sich selbst hier richtig angekommen, sagt sie: "Ich fühle mich wirklich sehr gut."

1000 Euro Preisgeld

Die Mitarbeiter freuen sich über die Anerkennung ihrer Arbeit durch einen Ehrenamtspreis der bayerischen Landeskirche, den sie am 7. Dezember in München erhalten werden.

Aber, was sie genau mit den 1000 Euro Preisgeld machen werden, ist noch unklar. "Wir werden gemeinsam überlegen, wie wir das Geld einsetzen", erklärt Reif. Eventuell werde man Fortbildung für alle organisieren.
Dabei denkt sie an einen Tag, an dem das Thema interkulturelles Konfliktmanagement zur Sprache kommen könnte. Der Referent dürfe diesmal "ruhig etwas kosten".