Francisco Santos Meireles strebt eine modernere zahnärztliche Versorgung für die "digitale Generation" an. Und der Jungunternehmer, der seit Anfang des Jahres ein Büro im Medical Valley Center Forchheim hat, wisse, wovon er spreche: Seine Ehefrau Paula (45) ist Zahnärztin und gemeinsam haben sie die größte Zahnarzt-Kette Portugals mit 34 Praxen aufgebaut.


Webseite für Patienten und Zahnärzte in Franken

Doch für ihr Start-up ziehen die beiden mit ihren drei Kindern (11,14 und 19 Jahre alt) bald von Portalegre nach Franken. Zahnärztin Paula Meireles möchte eine Praxis in der Region eröffnen. Denn der nächste große Schritt steht bevor. Die Jungunternehmer wollen ihre Webseite für deutsche Patienten und Zahnärzte anbieten - zunächst in Franken.

"Unsere Plattform richtet sich an Menschen, die das Internet nutzen, um herauszufinden, welche Zahnbehandlung sie brauchen und erst dann in die Praxis gehen", sagt Francisco Meireles. Das seien zum Beispiel oft Gering- oder Normalverdiener, die unregelmäßig oder gar nicht zum Zahnarzt gehen. Auch Patienten im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, wenn erstmals schwerere Zahnprobleme auftreten, suchten heutzutage nach digitalen Antworten: Welche Probleme habe ich, was möchte ich und wie sieht mein Behandlungsplan aus?

Darauf will Wildsmile reagieren. Die Patienten können sich auf der Onlineseite anmelden, sich informieren, Angebote ansehen und Zahnärzte auswählen.


Zahn-Bilder hochladen

Doch der große Clou von Wildsmile soll Ende des Jahres online gehen: Eine digitale Voruntersuchung übers Internet. Nachdem der Patient Fragen beantwortet, Bilder oder Videos seiner Zähne hochlädt, werten Wildsmile-Zahnärzte sie aus. Anschließend erhält der Patient einen vorläufigen Behandlungsplan und kann dann einen Zahnarzt aussuchen. Zum Beispiel die Praxis mit dem günstigsten Angebot.

Seit der Gründung von Wildsmile vor vier Jahren machen in Spanien und Portugal aktuell 1000 Zahnarztpraxen mit, fast 5000 Patienten sind bei der Plattform angemeldet.

Über das Softlanding-Programm des Medical Valleys sind die Meireles auf Forchhheim aufmerksam geworden. Deutschland sei ein strategischer Zug für das wachsende Start-up. "Die Herausforderung, die Plattform in Deutschland zu etablieren, ist groß - nicht nur wegen der Sprache", meint der 45-Jährige. Sobald seine Frau ihre Zahnarztpraxis eröffnet hat, wollen sie mit regionalen Zahnärzten in Kontakt treten.

Die Gründer wollen ein Zahnärzte-Netzwerk in Franken etablieren und die Praxen für ihre Wildsmile-Idee gewinnen. "Aber wir sind noch am Anfang", betont Meireles. In Forchheim fühle er sich aber wohl: "Ich mag Deutschland und die Gegend. Hier gibt es viele Firmen, die aus kleineren Städten sich entwickeln können."
Mit seiner Zahnmedizin-Plattform Wildsmile will auch Francisco Meireles das schaffen.